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Prof. Walter Rosenthal - Neuer Vorstand des Max-Delbrück-Centrums

Der Pharmakologe Prof. Walter Rosenthal und bisherige Direktor des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist neuer wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Er ist Nachfolger von Krebsforscher Prof. Walter Birchmeier, der dieses Amt fünf Jahre inne hatte und sich wieder verstärkt seiner Forschungsgruppe am MDC widmen wird. Das FMP wird vorläufig vom bisherigen stellvertretenden Direktor Prof. Hartmut Oschkinat kommissarisch geleitet. Beide Einrichtungen befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander auf dem Campus Berlin-Buch und arbeiten seit Jahren eng zusammen.

Prof. Walter Rosenthal - Neuer Vorstandsvorsitzender des MDC (Photo/Copyright: FMP)

MDC und FMP haben zahlreiche wissenschaftliche Kooperationen. „Gemeinsam von den beiden Forschungseinrichtungen genutzte Infrastruktur machen die besondere Qualität dieser Zusammenarbeit aus, die auch weiterhin bestehen bleiben wird“, so Prof. Rosenthal.“ „In den vergangenen Jahren haben beide Einrichtungen durch ihre komplementäre Ausrichtung stark voneinander profitiert“, erklärt er. „Molekularmedizinische und pharmakologische Forschung werden in Berlin-Buch zusammengeführt. Das schafft ein einzigartiges Potential, um die molekularen Ursachen von Krankheiten aufzuklären und neue Wirkstoffe zur Diagnose und Therapie zu identifizieren.“ Prof. Rosenthal betont, dass auch in Zukunft die Forschungsaktivitäten beider Häuser eng aufeinander abgestimmt werden.

Wissenschaftler des MDC setzen molekularbiologische und gentechnologische Methoden ein, um die Entstehung komplexer Krankheiten wie Krebs-, Herz-Kreislauf- und Nervenleiden zu erforschen und darauf aufbauend, naturwissenschaftlich begründete Verfahren der Diagnose, Therapie und Prävention zu entwickeln.

Das MDC, eine Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft, wurde 1992 auf dem Campus Berlin-Buch gegründet. Es hat derzeit rund 880 Mitarbeiter, darunter 400 Forscher. Das Budget des MDC beträgt jährlich rund 50 Millionen Euro. Es wird zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Land Berlin finanziert. Hinzu kommen von den Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel von rund 16 Millionen Euro in 2007.

In den vergangenen Jahren hat sich das MDC unter Leitung von Prof. Walter Birchmeier nach Ansicht unabhängiger Gutachter zu einer der besten Forschungseinrichtungen in Deutschland entwickelt und ist kürzlich im Rahmen der Programmorientierten Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft exzellent begutachtet worden. Es wird deshalb in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 36 Millionen Euro mehr an Zuwendungen erhalten.

Im FMP arbeiten Forscher im Vorfeld der Arzneimittelentwicklung. Sie erforschen die Struktur, Funktion und die Wechselwirkungen von Proteinen und identifizieren Moleküle, die an die untersuchten Proteine binden und dadurch biologische Wirkungen hervorrufen. Damit trägt das FMP dazu bei, pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung neuer Arzneimittel zusammenzuführen. Die Verbindung modernster chemischer Forschung mit einer weltweit führenden Proteinstrukturforschung sowie zellbiologischen und systemischen Ansätzen macht das FMP nach Ansicht von Gutachtern einmalig in der deutschen Forschungslandschaft. Prof. Rosenthal hat diese Struktur erfolgreich aufgebaut.

Das FMP ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Mit sieben weiteren Berliner Leibniz-Instituten ist es administrativ im Forschungsverbund Berlin e.V. zusammengeschlossen. Es hat insgesamt 258 Mitarbeiter, darunter 163 Wissenschaftler, von denen 112 über Drittmittel finanziert werden. Das FMP hat ein jährliches Budget von rund 14 Millionen Euro. Hinzukommen rund fünf Millionen Drittmittel. Es wird je zur Hälfte vom Bund und dem Land Berlin finanziert.

Walter Rosenthal studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und am Royal Free Hospital, School of Medicine London (England) Medizin. 1990 habilitierte er sich an der Freien Universität (FU) Berlin im Fach Pharmakologie mit seiner Arbeit zu G-Proteinen. Es folgten zwei Jahre am Baylor-College in Houston, Texas (USA) als Heisenberg-Stipendiat. Von 1993 bis 1996 war er Direktor des Rudolf-Buchheim-Instituts für Pharmakologie an der Universität Gießen. 1996 wurde er Direktor des FMP und sorgte für den Umzug des Instituts im Jahre 2000 auf den Campus Berlin-Buch, um enger mit dem MDC zusammenarbeiten zu können. Zudem hat Prof. Rosenthal eine Professur an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Barbara Bachtler
Pressestelle Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Robert-Rössle-Straße 10 13125 Berlin
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