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Michela Di Virgilio wird Juniorprofessorin

Die Krebsforscherin Michela Di Virgilio vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wurde zum 1. Juli 2018 auf die Juniorprofessur „DNA Damage Response and Preservation of Genome Integrity“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen.

Am MDC leitet Michela Di Virgilio seit 2014 die Nachwuchsgruppe „DNA Repair and Maintenance of Genome Stability“. Die Biologin erforscht, wie Zellen auf Brüche in der DNA reagieren und welche Auswirkungen eine fehlerhafte Zellantwort auf solche Läsionen haben kann. Die effiziente und genaue Reparatur solcher DNA-Bruchstellen ist entscheidend, um das Überleben der Zelle und die Stabilität des Genoms zu sichern. Die Forscherin will die molekularen Mechanismen verstehen, die eine korrekte Reparatur solcher DNA-Brüche gewährleisten.

Michela Di Virgilio erhielt die Juniorprofessur für DNA-Schadenreaktion und Erhaltung der Genomintegrität an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

„Brüche in der DNA schaden normalerweise den Zellen, da sie – wenn sie nicht repariert werden – die Chromosomen so verändern können, dass Krebs entsteht“, sagt Di Virgilio. Doch in einigen spezialisierten Zelltypen und -funktionen kann die Zelle auch selbst Brüche induzieren. Schließlich brauchen sie die Brüche, um das Genom zu diversifizieren. „B-Lymphozyten sind so ein Beispiel. Sie durchlaufen die Rekombination, um die Antikörper-Antworten zu diversifizieren.“

Michela Di Virgilio möchte aufklären, wie diese speziellen Brüche geformt und repariert werden, um eine korrekte Immunantwort zu gewährleisten. Außerdem möchte sie beschreiben, wie es zu Krebserkrankungen und Immunschwächen kommt, wenn diese Prozesse fehlerhaft reguliert sind. „Brüche sind nicht per se gut oder schlecht. Es ist der Kontext und wie sie repariert werden, die für den Unterschied zwischen einem guten und schlechten Ergebnis entscheidend sind“, sagt Di Virgilio.

Die Bedeutung von Michela Di Virgilios Arbeit zeigte sich bereits wenige Monate, nachdem sie an das MDC gekommen war: Im Dezember 2014 wurde der Forscherin ein mit 1,9 Millionen Euro dotierter ERC Starting Grant zugesprochen. Seit 2017 ist sie zudem eine der Koordinatorinnen für die Helmholtz-Forschungsinitiative „Immunologie & Inflammation“. Die Laufzeit der Juniorprofessur, die Michela Di Virgilio nun übernommen hat, ist auf drei Jahre befristet. Wird sie erfolgreich zwischenevaluiert, erfolgt eine Verlängerung um weitere drei Jahre. Die Berufung erfolgte in Kooperation von Charité und MDC, ihre Arbeitsgruppe bleibt am MDC.

 

Weitere Informationen:

Di Virgilio Lab