Zebrafisch

Zuspruch für Position der EU-Kommission

Kein wissenschaftsferner Ausstiegsplan für Tierversuche in Europa – die Forschungsallianz EU-LIFE, zu der auch das Max Delbrück Center gehört, befürwortet die Antwort der EU-Kommission auf die europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“.

Gemeinsame Pressemitteilung von EU-LIFE und LERU

Die Allianz führender europäischer Life-Science-Forschungszentren (EU-LIFE) und die Liga Europäischer Forschungsuniversitäten (LERU) befürworten die Position der Europäischen Kommission. Am 25. Juli 2023 legte sie einen vernünftigen und wissenschaftlich orientierten Ansatz in ihrer Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics - Commit to a Europe without Animal Testing“ vor.

Wir freuen uns, dass die Europäische Kommission:

1. anerkennt, dass die Wissenschaft noch nicht weit genug ist, um angemessene tierversuchsfreie Lösungen für alle wissenschaftlichen Zwecke anzubieten. Daher begrüßen wir, dass die Europäische Kommission die Festlegung von Reduktionszielen als unrealistisch einschätzt und dass die in der Richtlinie 2010/63/EG festgelegten Bestimmungen für einen schrittweisen Ausstieg aus der Tierversuchsforschung weiterhin gültig sind.

2. anerkennt, dass der Fortschritt bei wissenschaftlichen Anwendungen unvorhersehbar ist und dass es eine Vielzahl von Forschungsnotwendigkeiten gibt, die jeweils einen eigenen Ansatz erfordern.

3. betont, dass eine weitere Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden erforderlich ist. Wir freuen uns über das Engagement der EU-Kommission für eine nachhaltige und kontinuierliche Finanzierung in diesem Bereich.

4. anerkennt, dass Sachverständige für die Identifizierung künftiger Forschungsschwerpunkte weiterhin wichtig sind.

Wir befürworten auch die Initiative der Europäischen Kommission, eine Maßnahme für den Europäische Forschungsraum (ERA) zu entwickeln, mit der Tierversuche in der Wissenschaft und bei behördlichen Tests reduziert und aktiv alternative Ansätze entwickelt werden sollen. Wir betonen, dass wissenschaftliche Expert*innen an der Ausgestaltung dieser Initiative beteiligt werden müssen, damit sie zweckmäßig ist und die richtigen Fragen behandelt. LERU und EU-LIFE freuen sich darauf, mehr über die Ziele dieser Aktion zu erfahren, und werden sie kritisch kommentieren, sobald weitere Einzelheiten vorliegen.

Wir fordern auch verstärkte Anstrengungen bei der Kommunikation und dem Engagement von Forschenden, politischen Entscheidungsträger*innen und der Gesellschaft in Bezug auf Tierversuche in der Forschung und alternative Methoden, um einen konstruktiven und sinnvollen Dialog zu ermöglichen.

„Wir befürworten den vernünftigen Ansatz der Europäischen Kommission zur Verringerung von Tierversuchen in der Forschung in ihrer Antwort auf die Bedenken der Bürger und Bürgerinnen. Wir werden weiterhin mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament, den Mitgliedstaaten und allen Interessenvertretern zusammenarbeiten. Durch unsere Teilnahme am ERA-Forum und anderen relevanten Plattformen wollen wir einen koordinierten Ansatz erarbeiten, damit weniger Tierversuche in der Forschung notwendig sind und alternative Methoden schaffen, wo immer dies möglich ist“, sagte Marta Agostinho, EU-LIFE-Exekutivdirektorin.

Kurt Deketelaere, Generalsekretär von LERU, erklärte: „LERU ist der festen Überzeugung, dass tierversuchsfreie Methoden in der Forschung in Zukunft eine bedeutende und immer wichtigere Rolle spielen werden. Wir freuen uns jedoch, dass die Europäische Kommission die derzeitigen Grenzen und die Notwendigkeit weiterer und koordinierter Maßnahmen zur Entwicklung dieser Technologien anerkannt hat.“

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