Lab scene – at the microscope

Forschungsansatz

Die Grundlagen des Leben entdecken

Das MDC verfolgt ein langfristiges Forschungsziel: Wir möchten den medizinischen Fortschritt heute und in Zukunft vorantreiben. Unsere thematisch breite Aufstellung ermöglicht stark vernetzte, kooperative Forschungsprojekte, die Erkenntnisse über die unterschiedlichsten Aspekte von biologischen Prozessen und Erkrankungen liefern.

Unsere Forschungsteams beschäftigen sich mit grundlegenden Fragen zu Gesundheit und Krankheit und gehen dabei bis ins kleinste Detail. Sie beschäftigen sich beispielsweise mit der komplexen Funktionsweise von Ionenkanälen oder Rezeptoren. Die Mission des MDC besteht darin, diese molekularen Mechanismen zu erforschen und diese Erkenntnisse schnellstmöglich in medizinische Anwendungen zu übersetzen.

Beste Bedingungen für hochgradig kooperative Grundlagenforschung

Die Aktivitäten des MDC ist in die Programmorientierte Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft eingebunden und konzentrieren sich derzeit auf drei Schwerpunkte: Krebs, Erkrankungen des Nervensystems sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Das Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) am MDC ergänzt diese Schwerpunktsetzung durch einen „systemischen Blick“ auf die Biologie. Es wirft Schlaglichter auf die komplexen Regulierungsnetzwerke zwischen Proteinen und Nukleinsäuren in Zellen und Organismen.

Diese Themenkombination ist ein Alleinstellungsmerkmal des Forschungsansatzes am MDC. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ein interdisziplinäres Forschungsprojekt ins Leben rufen möchten, brauchen in vielen Fällen nur ein paar Schritte über den Flur zu gehen, um sich die Fachmeinung ihrer Kolleginnen und Kollegen einzuholen.

Systemische Erkrankungen mit kooperativem Ansatz erforschen

In der biomedizinischen Forschung wird der Blick über den Tellerrand von Fachdisziplinen immer wichtiger. Traditionell setzt die Gesundheitsforschung auf der Ebene einzelner Organe an. Doch die Betrachtung des am stärksten betroffenen Organs reicht jedoch in vielen Fällen nicht aus, um schwerwiegende Erkrankungen zu verstehen.

Der Arbeitsplatz eines Forschers am MDC

Die chronische Herzinsuffizienz ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Erkrankung geht nicht nur mit einer Herzschwäche einher, sondern auch mit Veränderungen der Blutgefäße und des Hormonsystems, der Niere, des Gehirns und sogar des Immunsystems. Die Behandlung von Herzinsuffizienz gelingt nur mit einer Perspektive, die den gesamten Organismus und alle seine komplexen und miteinander verknüpften Mechanismen einbezieht.

Kooperative, interdisziplinäre Forschung ist seit Langem ein Markenzeichen des MDC. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler decken die Bandbreite an Betrachtungsebenen und wissenschaftlicher Methodik ab, von der Grundlagen- bis zur translationalen Forschung. In enger Zusammenarbeit entwickeln sie gemeinsam diagnostische, präventive und therapeutische Ansätze, die Erkrankungen in ihrer Komplexität erfassen.

Daher sind die Übergänge zwischen Forschungsbereichen am MDC fließend. Die organübergreifende Betrachtungsweise ist fest mit unserem Forschungsansatz verwurzelt.

Klinische Translation „vom Labor zum Krankenbett“ und wieder zurück

Immer mehr Grundlagenwissenschaftler des MDC arbeiten mit Ärzten am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) zusammen, einer Schnittstelle zwischen der Charité und dem MDC. Von den Hochschulambulanzen der Charité sind zwölf in unmittelbarer Nähe zum MDC angesiedelt. Hier werden sehr viele Patienten behandelt, die an klinischen Tests teilnehmen. So erfahren die Wissenschaftler die genauen Bedürfnisse der Patienten.

Translational research and working with patients is at the heart of the MDC's mission

Aus der starken Partnerschaft zwischen Charité und MDC ging 2013 das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health / BIH) hervor. Es widmet sich Fragen der Systemmedizin. Mit Hilfe der Förderungsprogramme des BIH, durch große gemeinsame Projekte und die gemeinsamen Berufungen gelangen neue Entdeckungen in der molekularen Medizin schneller in die Patientenversorgung.

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) wurde vom MDC mitgegründet. Es übersetzt so schnell wie möglich die Erkenntnisse aus der Herz-Kreislaufforschung in verbesserte therapeutische, diagnostische und vorbeugende Verfahren. Das MDC ist eine bedeutende Partnerinstitution des Zentrums.

Einen Hauptschwerpunkt der translationalen Forschung des MDC ist die personalisierte Medizin. Anstatt alle Patienten auf dieselbe Weise zu behandeln, was häufig mit zu Nebenwirkungen führt, stimmt die personalisierte Medizin die Behandlung auf den einzelnen Patienten ab. So kommt genau das richtige Molekül, die passende Zelltherapie oder Immuntherapie zum richtigen Zeitpunkt zum Einsatz.

Unser Büro für Technologietransfer am MDC sucht ständig nach Ideen und Projekten mit Marktpotential. Zwei neue Arzneimittel kamen innerhalb der vergangenen zwei Jahren in Europa und den USA auf den Markt, die auf Forschungsergebnissen des MDC basieren: Das Krebsmedikament Blincyto sowie VONVENDI, ein Präparat zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen. Wir sind stolz auf diese jüngsten Erfolge und bemühen uns stetig um neue Chancen und Möglichkeiten für den Technologietransfer.

Entwicklung neuer Technologien

Das MDC hat eine Spitzenstellung bei der Entwicklung und Anwendung neuester Technologien: dazu zählt die Einzel-Zell-Analyse, die RNA- und DNA-Sequenzierung und die mehrdimensionalen Omics-Technologien. Oft geben solche technischen Neuentwicklungen die entscheidenden Impulse für wissenschaftliche Durchbrüche.

New technologies – like the fast-moving field of optical microscopy – often provide the momentum for breakthroughs in science

Ein Bereich, in dem das MDC zukünftig eine Führungsrolle übernehmen möchte, ist die optische Mikroskopie. Die moderne Bildgebung ist eine Schlüsseltechnologie und von schnellem Wandel geprägt. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben ein zuvor unerreichtes Maß an Auflösung und beispiellose Einblicke in gesunde und kranke Gewebe und Zellen möglich gemacht.

Unsere Technologieplattformen bilden den Kern der Technologieentwicklung am MDC. Sie bieten standardisierte Experimente als Service und passen Anwendungen an den konkreten Bedarf der Projekte an. Dieser Ansatz führt zu schnellen, verlässlichen Ergebnissen und patentfähigen Innovationen.

Die besten Köpfe aus aller Welt gewinnen

All diese Entwicklungen wären nicht möglich, würde das MDC nicht die besten Köpfe aus aller Welt gewinnen – Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und etablierte Forschende. Sie alle unterstützen wir in ihrer individuellen Entwicklung auf ihrem Weg zu wissenschaftlicher Unabhängigkeit und Exzellenz.

Derzeit forschen mehr als 360 PhD-Studierende und rund 170 Postdocs am MDC. Sie finden mit der Helmholtz-Graduiertenschule „Molecular Cell Biology“ ein strukturiertes Programm vor, das das MDC gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Charité etabliert hat. Neben ihrem Projekt im Labor können sie in Methoden-Workshops neue Technologien kennenlernen, Seminare und Vorlesungen besuchen, sich unter anderem in jährliche Retreats vernetzen. Manche nehmen zusätzlich an thematisch fokussierten Programmen des MDC teil.

Einen Grundstein für die erfolgreiche Kooperation über die Grenzen von Grundlagenforschung und Medizin hinweg legen unter anderem die BIH-Promotionsstipendien für Medizinerinnen und Mediziner und das „Clinician Scientist“-Programm des BIH. Medizinerinnen und Mediziner bekommen so während der Ausbildung Raum für die Forschung.