Tierhaltung

Die Versuchstiere des MDC sind in der Obhut der Abteilung „Tierhaltung“. Derzeit halten wir Mäuse, Ratten, Zebrafische, sehr wenige Kaninchen, einige Krallenfrösche und Nacktmulle.

Zu den Aufgaben in den Tierhäusern gehören die Organisation der Zucht und Haltung der Versuchstiere, die Sicherung des Hygiene- und Gesundheitsstatus der Tiere, die Ausbildung von Tierpflegern und die Beratung der Wissenschaftler bei der Durchführung ihrer Tierversuchsvorhaben.

Tierhaltungsbereiche (Nager)

Das MDC hat drei Tierhäuser, hauptsächlich für Mäuse.

Die Haltungsbedingungen müssen modernsten hygienischen und technischen Standards entsprechen. Das Team der Tierhäuser kümmert sich unter anderem um die tägliche Kontrolle von Wasser und Futter, die Überprüfung auf guten gesundheitlichen Zustand und die wöchentliche Reinigung der Käfige.

Tierhäuser am MDC

Das MDC hat drei Tierhäuser mit einer Kapazität für ca. 60.000 Mäuse und 2.200 Ratten: Wir verfügen aktuell über 17.400 Mauskäfige (mit durchschnittlich drei Mäusen pro Käfig entspricht dies rund 52.200 Mäusen) und 1.080 Rattenkäfige (rund 2.160 Ratten). Um mit den rasanten Fortschritten in der Wissenschaft und der wachsenden Anzahl von Forschungsgruppen am MDC Schritt halten zu können, muss das MDC seine Tierhäuser stets an modernste Standards anpassen

Neues Tierhaus

Das MDC baut derzeit ein neues Tierhaus, das in vivo-Pathophysiologielabor (IPL). Es wird voraussichtlich 2017 fertiggestellt und bietet Platz für 4000 Mauskäfige. Mit dem IPL wird die Tierhaltungskapazität am MDC nicht ansteigen. Es werden Tiere bzw. Käfige intern umgelagert, eines der drei bisherigen Tierhäuser wird nicht mehr für die Tierhaltung des MDC genutzt.

Im IPL werden die neuesten Erkenntnisse zur Verbesserung der Tierhaltung beachtet und modernste Untersuchungsverfahren angewendet. Besonderen Wert legen wir dabei auf schonende, nicht-invasive Untersuchungsmethoden, z.B. bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Magnetresonanztherapie (MRT). In den älteren Tierhäusern sind für diese modernen Untersuchungsanlagen nicht ausreichend Laborflächen vorhanden. Das IPL ist vorrangig dafür ausgelegt, Langzeitstudien an Nagern durchzuführen.

Haltungsbedingungen

Mäuse sind gesellige Tiere und werden deshalb in kleinen Gruppen gemeinsam gehalten. Sie leben in Boxen aus Plexiglas mit Einstreu und „Spielmaterialien“ (der Fachausdruck lautet „environmental enrichment").

Alle Versuchstiere leben unter standardisierten Bedingungen, bei denen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Hell-/Dunkelzeiten das ganze Jahrüber konstant gehalten werden. Mäuse und Ratten werden in einzeln belüfteten Käfigsystemen unter sogenannten Barrierebedingungen gehalten, damit sichergestellt ist, dass sie nicht mit Krankheitserregern in Kontakt kommen können.

Unsere Käfigsysteme sind strikt gegen die Außenwelt abgeschottet und werden mit steril gefilterter Luft belüftet. Futter, Einstreu, Wasser – alles was zur Versorgung der Tiere nötig ist – werden sterilisiert, bevor sie in die Tierhaltungsbereiche gelangen. Personen müssen duschen und sterile Kleidung anlegen, bevor sie die Barriere zum Tierhaltung überschreiten dürfen. Alle Arbeiten an den Tieren werden unter sterilen Laborbedingungen durchgeführt. Damit schützen wir  die Tiere vor Krankheiten und stellen  sicher, dass keine Krankheitserreger aus den Tierkäfigen in die Außenwelt gelangen können. Diese Barrieretierhaltung erfordert eine hoch technisierte Ausstattung und besonders aufwändige haustechnische Anlagen.

Maushaltung: Mäuse sind gesellig und leben in kleinen Gruppen gemeinsam in Boxen aus Plexiglas mit Einstreu und „Spielmaterialien“ (der Fachausdruck lautet „environmental enrichment").

Aufgaben in der Tierpflege

Zur Haltung gehören die tägliche Kontrolle von Wasser und Futter, die Überprüfung auf guten gesundheitlichen Zustand und die wöchentliche Reinigung der Käfige. Solcherart gehalten, kann eine Labormaus bis zu drei Jahren leben. In freier Wildbahn beträgt die Lebenserwartung einer Maus rund sechs Monate.

Neben den alltäglichen Arbeiten übernehmen die Teams der Tierhäuser zahlreiche Serviceaufgaben für die Forschung. Dazu gehört das Ansetzen von Verpaarungen, die Betreuung von Zuchten einschließlich der Buchführung, Kennzeichnung von Tieren und Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Gewinnung von Blut- und Gewebeproben.

Wir bieten eine Ausbildung zum Tierpfleger/in der Fachrichtung Forschung und Klinik an.

Tierschutzgesetz

Tierhaltung und Pflege der Tiere sind gesetzlich geregelt (z.B. Größe der Käfige, Anzahl der Tiere, die in einem Käfig untergebracht werden dürfen, Ausgestaltung der Käfige usw.). Die Einhaltung der Richtlinien wird ständig durch fünf Tierschutzbeauftragte am Zentrum überwacht. Gemeinsam mit dem Pflegepersonal und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollen die Tierschutzbeauftragten etwaige Mängel in der Tierhaltung rasch erkennen und abstellen. Die Tierhaltung wird außerdem regelmäßig von der Tierschutzbehörde kontrolliert. Während der Versuche überwachen die Tierschutzbeauftragten die Einhaltung der Standards und stehen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beratend zur Seite.