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Dr. Cristina Cardoso vom MDC erhält Binder Innovationspreis

Bedeutung für Krebsforschung — Zellteilung in lebenden Zellen sichtbar gemacht

Für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Zellbiologie“ ist Dr. Cristina Cardoso vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch mit dem Binder Innovationspreis 2004“ ausgezeichnet worden. Der mit 4 000 Euro dotierte Preis wurde ihr auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie am 25. März 2004 in Berlin überreicht. Stifter ist die Firma Binder aus Tuttlingen. Dr. Cardoso untersuchte die Dynamik der Verdopplung der Erbsubstanz DNA (DNA-Replikation) in lebenden Zellen. Die DNA-Verdopplung geht einer Zellteilung voraus. Sie ist notwendig, damit die neu entstehende Zelle die gleiche genetische Ausstattung hat wie die Ursprungszelle. Die Wissenschaftlerin trägt mit ihren Arbeiten zum Verständnis der Genomreplikation in Säugerzellen bei. Zugleich hat sie mit Hilfe fluoreszierender Proteine eine Technik entwickelt, die es erlaubt, den Zellzyklus einer lebenden Zelle und seine Regulation direkt zu verfolgen. Ihre Arbeit ist von besonderer Bedeutung für die Krebsforschung, da es jetzt möglich ist, direkt zu erkennen, in welchem Stadium eine sich teilende und wachsende (proliferierende) Zelle befindet. Bei Krebs ist die Kontrolle des Zellzyklus gestört, so dass die Zellen ungebremst wachsen.

Die einzelnen Komponenten, die die DNA-Verdopplung
ermöglichen, waren zwar durch genetische und biochemische Studien bekannt.
Nicht bekannt war aber, wie diese Faktoren in lebenden Zellen zusammenarbeiten
und die drei Milliarden Basenpaare einer humanen Zelle präzise innerhalb von
acht bis 12 Stunden verdoppeln. Unter anderem
fand Dr. Cardoso heraus, dass die Replikation an spezialisierten Stellen im
Zellkern stattfindet und nicht gleichmäßig im Zellkern verteilt ist. Weiter
stellte sie fest, dass die Replikationsmaschinerie im Zellkern fest verankert und
nicht frei beweglich ist. Die Vorstellung früherer Jahre war, dass die
Replikationskomplexe wie Lokomotiven an der DNA entlangfahren, dabei den
Doppelstrang aufbrechen und verdoppeln. Nach ihren Untersuchungen scheint sich
außerdem die Verdopplung nach dem Dominoprinzip auszubreiten. Dr. Cardoso
promovierte 1990 an der Universität von Lissabon in Portugal, arbeitete danach
in Boston/​USA am Dana Farber Cancer Institute und an der Harvard Universität in
der Kardiologie. 1995 erhielt sie eine Forschungsgruppe an der
Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislauferkrankungen der Charité in Berlin-Buch
und forscht seit 1997 am MDC.

Dr. Cristina Cardoso (privat)

Barbara Bachtler 

Pressestelle 

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