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Hochschulambulanz Gedächtnissprechstunde / Zentrum für Demenzprävention

Leitung: Prof. Dr. med. Oliver Peters (Charité / ECRC)

Mit zunehmendem Alter können – manchmal schleichend – Gedächtnisstörungen oder andere Einschränkungen der Leistungsfähigkeit des Gehirns auftreten (z.B. Orientierungsstörungen). Diese Veränderungen gehen nicht selten mit einer Verschlechterung der Stimmung (Depression) einher. Auch Schlafstörungen und Appetitmangel können in diesem Zusammenhang vorkommen.

Schon leichte Gedächtnisstörungen sollten, gleich ob mit oder ohne depressive Symptome, ernst genommen werden. 

Eine frühzeitige Diagnostik auch leichter Beschwerden ermöglicht die Erkennung und die Behandlung von Erkrankungen im Anfangsstadium. Ein schnelles Handeln steigert die Anzahl der Behandlungsmöglichkeiten und kann so helfen, die Lebensqualität der Betroffenen – und des sozialen Umfeldes - dauerhaft zu verbessern.

Unser Angebot in der Gedächnissprechstunde

Mit modernen, diagnostischen Methoden können wir feststellen, ob eine Erkrankung des Gehirnes vorliegt oder ob eine körperliche Erkrankung Ursache der Symptome ist.

Für eine umfassende, vollständige Diagnostik sind mehrere Termine erforderlich. Die Diagnostik schließt alle erforderlichen medizinischen, neuropsychologischen und sonstigen zusatzdiagnostischen Untersuchungen ein.

Unser Angebot umfasst u.a.:

  • Ausführliches Anamnesegespräch
  • Neuropsychologische Diagnostik
  • Internistische und neurologische körperliche Untersuchung
  • Liquorpunktion (Gehirnwasseruntersuchung) und Bestimmung von Blutwerten
  • Therapieempfehlungen
  • Zusätzlich klinische Studien mit neuen medikamentösen Therapieansätzen
  • Psychosoziale Einzelberatung und Informationsveranstaltungen

Ablauf der Diagnostik

 

Wenn Sie sich für einen Termin in der Gedächtnissprechstunde interessieren, senden wir Ihnen zunächst einen Fragebogen zu, den Sie uns bitte ausgefüllt zurück schicken. Innerhalb von drei Tagen nach Erhalt des Fragebogens melden wir uns bei Ihnen um einen ersten Termin zu vereinbaren.

Zu Ihrem ersten Termin bringen Sie bitte alle relevanten Befunde mit, z.B. Arztbriefe oder Röntgen-/MRT-Aufnahmen vom Kopf.

Der erste Termin beinhaltet eine ausführliche Anamnese sowie einen orientierenden Gedächtnistest. Direkt im Anschluss besprechen wir mit Ihnen, ob wir Ihnen einen ausführlicher Gedächtnistest und eine Untersuchung der Blutwerte an einem weiteren Termin empfehlen. Bei einer depressiven Störung kann auch zunächst deren Behandlung im Vordergrund stehen.

Beim zweiten Termin wird eine ausführliche neuropsychometrische Untersuchung durchgeführt. Je nach Ergebnis empfehlen wir Ihnen einen weiteren Termin zur körperlichen Untersuchung und Liquorpunktion.

Beim dritten Termin werden Sie von einem Arzt körperlich untersucht und Sie werden erneut über die Möglichkeit der Liquorpunktion aufgeklärt. Diese kann dann sofort ambulant durchgeführt werden.

Sobald alle Befunde vorliegen, laden wir Sie zu einem Abschlussgespräch ein, um Ihre Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Nach Abschluss der Diagnostik erstellen wir einen schriftlichen Befund, der die gestellte Diagnose begründet und erklärt. Dieser Arztbrief geht automatisch Ihrem übeweisenden Arzt und Ihrem Hausarzt zu. Auf Wunsch senden wir auch Ihnen eine Kopie.

Zentrum für Demenzprävention am Campus Berlin Buch

 

Es gibt mehrere mögliche Ursachen von Demenzerkrankungen und dementsprechend vielfältig kann diesen vorgebeugt werden. So geht die Wissenschaft heute davon aus, dass die häufigste Ursache der Demenz, die Alzheimer Erkrankung, ihren schleichenden Beginn bereits bis zu 30 Jahre vor Krankheitsausbruch nimmt. Alzheimer beschreibt dabei eine Eiweißstoffwechselstörung im Gehirn die zu einem langsam fortschreitenden Sterben von Nervenzellen führt. Zudem spielen bei Demenzerkrankungen Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (= kardiovaskuläre Risikofaktoren), wie bspw. Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Rauchen und Übergewicht eine Rolle. Genetische Faktoren sind ebenso mitverantwortlich und es finden sich bei ungefähr 30 % aller an Demenz Erkrankten weitere Betroffene in der engeren Verwandtschaft.

Die Vorbeugung von Demenz im asymptomatischen (= Beschwerdefreien) Stadium ist demnach ein wichtiges Anliegen unserer Arbeitsgruppe, weshalb wir uns auch Zentrum für Demenzprävention nennen.

Prävention kann einerseits medikamentös erfolgen, indem bspw. die Auslöser der Alzheimer Stoffwechselerkrankung mit einem Wirkstoff behandelt werden, wie bspw. in der EARLY-Präventionsstudie. Auf der anderen Seite findet Prävention von Demenz ein Leben lang statt. Alle Lebensstilfaktoren, die für ein gesundes Altern stehen, sind schließlich auch eine Risikominderung für Demenz. Hierzu zählen ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, geistige Aktivierung sowie das Pflegen sozialer Kontakte. Diese vier Bereiche werden auch als die vier Säulen eines gesunden Alterns bezeichnet.

Viele Demenzformen sind symptomatisch behandel- aber nicht heilbar. Chronisch-neurodegenerative Demenzen, wie die Alzheimererkrankung, können weder in ihrem Fortschreiten dauerhaft aufgehalten, noch rückgängig gemacht werden. Demenzprävention ist auch deswegen von größtem Interesse, weil einmal verloren gegangene Fähigkeiten kaum wieder zurückzugewinnen sind. Primäre und sekundäre Prävention in sehr frühen Krankheitsstadien, idealerweise bevor klinische Symptome entstehen, versprechen den höchsten Nutzen. Gezielte Demenzprävention erfordert eine Früherkennung, wie sie heute bereits in Ansätzen möglich ist. Allgemein anwendbare Präventionsstrategien lassen sich von spezifischen Strategien, an der Grenze zur gezielten Behandlung einer Erkrankung im Frühstadium, unterscheiden.

Gerne beraten wir Sie hinsichtlich ihrer persönlichen Präventionsmöglichkeiten.

Unser Team

 

Leitung

Prof. Dr. Oliver Peters

Anmeldung

Alena Kosubek und Carolin Schuur
Zentrale Telefonnummer: 030 450540077
E-Mail Adresse: gedaechtnissprechstunde@charite.de​​​​​​

Team Klinische Studien

  • Bianca Kochnowsky, medizinisch-technische Assistentin
  • Linda Koppenhagen, Studienassistentin
  • Katja Lindner, Studienkoordinatorin
  • Anke Strauß, Studienassistentin
  • Gina Plieskat, Studienassistentin

Wissenschaftliche Mitarbeiter/Untersucher

  • Dipl.Psych. Dietmar Hauser
  • M.Sc. Herlind Megges
  • M.Sc. Silka Dawn Freiesleben
  • M.Sc. Christina Rösch
  • Enise Incesoy, Ärztin
  • Siyao Li, Ärztin

Doktoranden

  • Katja Luther, Ärztin

 

Klinische Studien

 

Als Einrichtung einer Universitätsklinik ist es unser Ziel, neue Therapien mit zu entwickeln. Um diese zu etablieren, führen wir Klinische Studien durch. Die Teilnahme hieran ist freiwillig und beeinflusst nicht unsere sonstigen diagnostischen und therapeutischen Angebote.

Alle klinischen Studien, die wir durchführen, sind doppelblind und Placebo-kontrolliert. Das heißt, eine Gruppe von Patienten erhält das Medikament (Verum), während eine andere Gruppe mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt wird. Weder Ihr Prüfarzt noch Sie wissen, welcher Gruppe Sie zugelost werden (doppelblind). Im Anschluss an eine Studienteilnahme haben Sie häufig die Möglichkeit im Rahmen einer Verlängerungsstudie mit dem Verum-Präparat behandelt zu werden.

Es müssen eine Vielzahl von Kriterien für eine Teilnahme erfüllt sein, die wir gerne mit Ihnen im Einzelfall klären. Ein stabiler gesundheitlicher Allgemeinzustand ist überall Voraussetzung.

Wenn Sie im Rahmen einer klinischen Therapiestudie behandelt werden wollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf, um einen Beratungstermin zu vereinbaren und sich über die aktuellen Möglichkeiten zu informieren.

Website der Gedächtnissprechstunde

Kontakt

Anmeldung
Alena Kosubek
Carolin Schuur
Zentrale Telefon-Nr. 030 450540 077
gedaechtnissprechstunde@charite.de​​​​​​

Adresse
Charité Campus Buch
Lindenberger Weg 80
13125 Berlin

Website der Gedächtnissprechstunde