Standardbilder: MDC Laborkittel

BioRescue: Statement des MDC

Vielen Dank Herr Hildebrandt,  
Your Excellency, the Ambassador of the Republic of Kenya, Mr. Joseph Magutt, 
sehr geehrte Damen und Herren, dear colleagues, 

ich bin hier als Vertreter des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin, einem der Partner in dem BioRescue-Projekt. 

Wie wir alle bin ich entsetzt über den dramatischen Artenschwund, den wir heute weltweit zu verzeichnen haben. Ganz eindrücklich verdeutlicht sich dies sicherlich am Verschwinden vieler charismatischer Tierarten der afrikanischen Savanne. Wie dem Nashorn.  

Ich möchte an dieser Stelle ganz ausdrücklich betonen, dass ohne Frage der Artenschutz der wesentliche Weg zum Erhalt bedrohter Tierarten ist. Uns ist allen bewusst, dass hier die betroffenen Länder vor Ort, wie Kenia, die Hauptlast dieser Aufgabe schultern. Für ihre erfolgreichen Bemühungen um den Artenschutz, zum Beispiel durch die Arbeit des Kenya Wildlife Service, verdienen diese Länder unsere Hochachtung und unsere Unterstützung. 

Aber manchmal reichen alle noch so großen Anstrengungen um den Artenschutz nicht aus und es droht der Verlust einer Art, so wie die des Nördlichen Breitmaulnashorns. In so einem Fall kann vielleicht künftig die moderne Stammzellbiologie helfen, das unwiederbringliche Verschwinden einer Spezies zu verhindern. 

Das Max-Delbrück-Centrum entwickelt seit vielen Jahren mit Methoden der Stammzellbiologie neuartige Zell- und Organmodelle für die medizinische Forschung. So können wir Zellen aus Hautproben von Patientinnen und Patienten gewinnen und diese im Reagenzglas in andere Zellarten wie Nervenzellen, Herzmuskelzellen oder Leberzellen umprogrammieren. Das sind Zellen, die wir dann für die Entwicklung von maßgeschneiderten Therapien nutzen. Unser Institut hat für diese Forschung ein Stammzelllabor aufgebaut, das von Dr. Diecke geleitet wird. Sie werden ihn später noch kennen lernen.  

Typischerweise handelt es sich bei den von uns entwickelten Proben um Gewebe im mikroskopischen Maßstab, sie sind also deutlich kleiner und weniger spektakulär als ein Nashorn. Wir stellen uns dieser Herausforderung gemeinsam mit den anderen Institutionen in diesem Projekt und wir sind begeistert über die Chance, unsere Kompetenz in der Stammzellbiologie zu dem BioRescue-Projekt besteuern zu können.  

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten eine spannende und erfolgreiche internationale Zusammenarbeit – und uns allen die Rettung dieser einmaligen Tierart. 

Vielen Dank! 

Professor Thomas Willnow, MDC