Grundsteinlegung für 7‑Tesla-Anlage – Neunte Grundsteinlegung in 15 Jahren
„Die Grundsteinlegung markiert gleichzeitig den Beginn des
ersten Bauabschnitts für das Experimental
and Clinical Research Center (ECRC), das das MDC gemeinsam mit der Charité
– Universitätsmedizin für rund 45 Millionen Euro errichtet“, sagte MDC-Vorstand
Prof. Walter Birchmeier. Damit wollen MDC und Charité nach den Worten von Prof.
Birchmeier und Charité — Vorstand Prof. Detlev Ganten ihre langjährige
Zusammenarbeit in der klinischen Forschung vertiefen.
Staatsekretär
Husung: Neues Highlight – Ausstrahlung auf Wissenschaftsstandort Berlin
Der Berliner Staatssekretär Dr. Husung, der kurzfristig für
Wissenschaftssenator Prof. E. Jürgen Zöllner eingesprungen war, sagte: „Mit der
Hochfeld-Magnetresonanz-Imaging-(MRI)-Anlage entsteht auf dem Campus Buch ein
neues Highlight, das auf den Wissenschaftsstandort Berlin insgesamt ausstrahlt
und seine Attraktivität erhöht. Dieses Projekt zeigt, dass die Vielfalt von
renommierten Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die
Stärke des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Berlin ist. Wenn diese
Einrichtungen verbindlich zusammenarbeiten, wie hier in Buch, gelingt es, einen
weiteren Qualitätssprung in die Exzellenz der Arbeit und in das Ansehen des
Standortes zu erreichen.“
Einblick in kleinste
Strukturen
Unter den Ganzkörper-Magnetresonanz-Tomographen ist der
7‑Tesla-MRT der bisher stärkste. 7 Tesla entsprechen dem 140.000-fachen des
Erdmagnetfelds. Tesla ist die Einheit für den Magnetfluss. Bisherige Systeme
dieser Feldstärke werden jedoch fast nur bei der Bildgebung des Gehirns
eingesetzt. Mit Physikern der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB)
wollen die Forscher in Berlin-Buch deshalb die technischen Möglichkeiten des
7‑Tesla-MRT für die Untersuchung des Menschen auch in anderen medizinischen
Gebieten erforschen. Die Forscher erhoffen sich von den extrem hochaufgelösten
Bildern Einblick in kleinste Strukturen, in einzelne Zellen, einzelne Moleküle
sowie Stoffwechselvorgänge. Ziel ist, Krankheitsrisiken und Krankheitsprozesse
sehr früh aufzuspüren. Ein Schwerpunkt wird der Einsatz des 7‑Tesla-MRT des MDC
in der Herz-Kreislauf-Forschung sein, um etwa Entzündungen von Blutgefäßwänden
oder Verkalkungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) zu erforschen.
„Die PTB betreibt seit über 10 Jahren einen
3‑Tesla-Kernspintomographen und hat sich hinsichtlich ihrer messtechnischen
Kompetenz international hohes Ansehen erworben. Deshalb freuen wir uns sehr,
diese in dieses ehrgeizige Projekt mit einzubringen und gemeinsam
weiterzuentwickeln. Die interdisziplinäre Kooperation ist dabei aus unserer
Sicht von herausragender Bedeutung. Nur ein abgestimmtes Vorgehen zwischen den
Medizinern, Biologen, Physikern und Geräteentwicklern garantiert ein
zielgerichtetes und erfolgreiches Vorgehen“, so der Präsident der PTB, Prof.
Ernst Otto Göbel.
Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied im Bereichsvorstand bei
Siemens Medical Solutions sagte: “Innovation hat bei Siemens in guter
Tradition unseres Firmengründers Werner von Siemens immer einen bedeutenden
Stellenwert. Seit 160 Jahren wissen wir um die Chancen und Möglichkeiten, die
sich aus Forschung und Entwicklung ergeben. Deshalb sind wir stolz, das
Max-Delbrück-Centrum als Technologiepartner unterstützen zu dürfen.“ Das MDC
und Siemens Medical Solutions starteten jetzt eine Forschungskooperation zur
gemeinsamen Entwicklung neuer Diagnostiktechnologien und Therapien für Herzkreislauf‑,
Krebs- und neurologische Erkrankungen, sagte er weiter. Er bezeichnete das
7‑Tesla-Ganzkörper-Magnetresonanztomograph-System als hochinnovativ für die
experimentelle und klinische Bildgebung.
Die Bedeutung dieser Bildgebungstechnik hob auch Prof.
Andreas Busch hervor. Er ist Vorstandsmitglied der Bayer Schering Pharma AG,
einer der weltweit führenden Firmen auf dem Gebiet der Diagnostischen
Bildgebung. Er sagte: „Die Molekulare Bildgebung ist eines der
vielversprechenden Zukunftsfelder in der Medizin. Daher freue ich mich, dass
dieses Gebiet durch die neue, hochinnovative MRI-Anlage hier in Berlin-Buch
weiter gestärkt wird. Die Molekularbildgebung eröffnet die Chance, eine
Erkrankung bereits vor dem Auftreten erster Krankheitssymptome sichtbar zu machen
und somit die Voraussetzung für eine frühzeitige und maßgeschneiderte Therapie
für Patienten zu schaffen. Weiterhin kann sie auch bei der Erfolgskontrolle
einer Behandlung sowie bei der Entwicklung neuer Medikamente entscheidende
Verbesserungen bringen.”
Vor der Grundsteinlegung hatte das MDC mit seinen
Kooperationspartnern einen „Konsortialvertrag“ über die wissenschaftliche
Zusammenarbeit im Rahmen des ECRC geschlossen. Partner sind die Charité, das
FMP und die PTB. Der Vertrag ergänzt das Millionen-Abkommen, das das MDC im
März 2007 mit der Firma Siemens und der PTB über den Kauf des 7‑Tesla-MRT
geschlossen hatte. Das MDC, das sich aus Mitteln des Bundes und des Landes
Berlin finanziert, trägt mit 6,5 Millionen Euro den größeren Teil der Finanzierung
des Millionen-Projekts, während 1,5 Millionen Euro von der PTB kommen. „Der
Hochfeld-Magnet wird“, so Prof. Birchmeier, „auch Universitäten sowie anderen
außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Großraum Berlin zur Verfügung
stehen“.
Das ECRC besteht aus zwei Bereichen: dem Experimental
Research Center (ERC) mit der Hochfeld-Magnetresonanz-Imaging-(MRI)-Anlage, zu
der neben dem 7‑Tesla-MRT für die Untersuchung von Probanden und Patienten auch
ein 9,4‑Tesla-Tierscanner gehören wird. Der zweite Bereich des ECRC ist ein
Clinical Research Center (CRC) der Charité, das am Neubau des Helios Klinikums
Berlin-Buch entstehen wird. Dort wird voraussichtlich ab 2010 die klinische,
patienten-orientierte Forschung beginnen.
Von den insgesamt sieben Siemens Hochfeld-MRT in
Deutschland sind allein drei in Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft im
Aufbau. Das sind neben dem MDC das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in
Heidelberg (7‑Tesla-MRT) und das Forschungszentrum Jülich (9,4‑Tesla-MRT).
Grundsteinlegung für die Hochfeld-Magnetresonanz-Imaging-Anlage des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC). Sie wird den stärksten Ganzkörper-Magnetresonanz-Tomographen (MRT) für die medizinische Bildgebung aufnehmen, einen 7‑Tesla MRT. Prof. Ernst Otto Göbel, Präsident der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt, Prof. Walter Rosenthal, Direktor des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), Dr. Peter Lange, Kuratoriumsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch vom Bundesforschungsministerium, der Berliner Staatssekretär für Wissenschaft Dr. Hans-Gerhard Husung, Prof. Walter Birchmeier, MDC-Stiftungsvorstand, Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied im Bereichsvorstand bei Siemens Medical Solutions (v.l.) Photo: Peter Himsel/Copyright: MDC
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Weitere Informationen
- Pressemitteilung Nr. 13
- Hintergrundinformationen
- http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2007/dkfz_pm_07_51.php
- http://www.fz-juelich.de/projects/datapool/page/480//9komma4_broschuere‑2.pdf
- Grundsteinlegung für die Hochfeld-Magnetresonanz-Imaging-Anlage