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Neue Erkenntnisse über Metastasenbildung bei Dickdarmkrebs

Eröffnung eines neuen Ansatzes für Diagnose und Therapie

Die Behandlungssaussichten (Prognose) für Dickdarmkrebs hängen davon ab, ob der Tumor Tochtergeschwulste (Metastasen) bildet oder nicht. Neue Erkenntnisse über die Bildung von Metastasen beim Dickdarmkrebs, die Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Robert-Rössle-Tumorklinik in Berlin-Buch sowie dem National Cancer Institute (NCI), in Frederick, Maryland (USA) jetzt gewonnen haben, eröffnen in Zukunft einen wichtigen neuen Ansatz für Diagnose und Therapie dieses Tumors. Die Arbeit von PD Dr. Ulrike Stein, Prof. Peter M. Schlag und Prof. Walter Birchmeier vom MDC und der Rössle-Tumorklinik sowie Dr. Robert H. Shoemaker vom NCI ist jetzt in der amerikanischen Fachzeitschrift Gastroenterology (Vol. 131, Nr. 5, pp. 1486 – 1500) erschienen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass das Gen 

S100A4/​Metastasin, das die Ausbreitung und Invasion von Tumorzellen 

kontrolliert, durch eine bestimmte Signalkaskade reguliert wird, in der 

Fachsprache beta-Catenin/TCF-Signalkaskade genannt. Diese Regulation steht 

direkt in Zusammenhang mit der Metastasierung beim Dickdarmkrebs. 

S100A4/​Metastasin wurde in so genannten Microarray-Studien 

als das Gen identifiziert, welches am stärksten durch verändertes (mutiertes)

beta-Catenin angeschaltet wird. Beta-Catenin ist ein Protein, das unter anderem 

dafür sorgt, dass Zellen in ihrem Zellverband bleiben. Ist es mutiert, lösen 

sich Zellen aus dem Zellverband heraus, können wandern und sich in anderen 

Organen ansiedeln und Metastasen bilden. 

Dr. Stein und ihre Kollegen konnten die Stelle an dem 

S100A4/Metastasin-Gen identifizieren, an die mutiertes beta-Catenin bindet und 

das Gen reguliert. Das von beta-Catenin ausgelöste Ablesen (Expression) des 

S100A4/Metastasin-Gens führt zu einer gesteigerten Migration und Invasion von 

Tumorzellen. Wird diese Signalkette unterbrochen, können die Tumorzellen nicht 

mehr wandern.

In Tierversuchen zeigte sich, dass das Anschalten des 

S100A4-Gens stark erhöhte Metastasierungsraten auslöste. Dies konnte am 

Krankheitsverlauf von Patienten mit Dickdarmkrebs untermauert werden. War 

S100A4/​Metastasin in Tumorgewebsproben erhöht, hatten die Patienten auch eine 

erhöhte Wahrscheinlichkeit Metastasen in der Leber oder Lunge zu bekommen. 

Die von den Forschern in Berlin und Frederick erzielten 

Ergebnisse verbinden zwei bisher nicht verknüpfte zelluläre Programme, die 

bedeutend für Tumorwachstum und Metastasierung sind: der 

beta-Catenin/TCF-Signalweg und das S100A4/Metastasin-Gen, das Wanderung und 

Invasion kontrolliert. Neue gezielte therapeutische Strategien, die darauf 

abzielen, die beta-Catenin/TCF-Regulation zu unterbrechen, um die Entstehung 

von Metastasen beim Dickdarmkrebs zu verringern oder zu verhindern, werden 

derzeit von der Forschungsgruppe in Berlin-Buch weiter geprüft. 

*The

metastasis-associated gene S100A4 is a novel target of β‑catenin / T‑cell

factor (TCF) signaling in colon cancer

Short

title: β‑catenin/​TCF regulates S100A4

Authors:

Ulrike Stein, PhD1, Franziska

Arlt1, Wolfgang Walther, PhD1, Janice Smith1,

Todd Waldman, MD, PhD2, Erik D. Harris3, Susan D. 

Mertins, PhD4, Claus W. Heizmann, PhD5, David Allard, PhD6,

Walter Birchmeier, PhD7, Peter M. Schlag, MD, PhD1, and

Robert H. Shoemaker, PhD4

1Department

of Surgery and Surgical Oncology, Robert-Rössle

CancerHospital,

Charité Campus Buch, and Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine, Berlin, Germany; 

2Lombardi Cancer Center, 

Georgetown University School of Medicine, Washington, DC;

3SAIC-Frederick, National Cancer 

Institute-Frederick, Frederick, MD;

4Screening Technologies Branch, 

Developmental Therapeutics Program, Division of Cancer Treatment and Diagnosis, 

National Cancer Institute-Frederick, Frederick, MD

5Department of Pediatrics, 

Division of Clinical Chemistry and Biochemistry, University Zürich, Zürich, 

Switzerland;

6Cancer and Polio Fund 

Laboratories, Biosciences Building, University of Liverpool, Liverpool, UK;

7Department of Cancer Research, 

Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine, Berlin, Germany

Barbara Bachtler
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