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Prof. Schöler: Gewinnung induzierter pluripotenter Stammzellen vereinfachen

Die Reprogrammierung von adulten Stammzellen in induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) ist bis vor kurzem nur mit Hilfe eines Quartetts von Übersetzungsfaktoren“ (Transkriptionsfaktoren), nämlich Oct4, Sox2, c‑Myc und Klf4, gelungen. 2009 konnte die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Hans Schöler vom Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Biomedizin in Münster erstmals adulte menschliche Zellen mit Hilfe nur eines einzigen Gens, des Oct4, in pluripotente iPS-Zellen verwandeln. Das verringert unter anderem die Gefahr, dass bei eventuellen späteren therapeutischen Anwendungen Krebs-Vorläuferzellen übertragen werden“, sagte Schöler beim internationalen Kongress Stem Cells in Development and Disease“, den das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin veranstaltet vor der Presse.

Der nächste Schritt bestand darin, Oct4 in humane neuronale
Stammzellen einzuschleusen und jene Zellen in den Kulturen zu isolieren, die
sich in iPS-Zellen verwandelt hatten. Oct4 wird außer von embryonalen
Stammzellen (ES-Zellen) nur von Vorläuferzellen von Ei- und Samenzellen hergestellt.
Deshalb konnten wir“, so Schöler, erfolgreich mit Hodenzellen arbeiten. Sie
können sich in einem geeigneten Nährmedium von alleine in pluripotente Alleskönnerzellen
entwickeln.”

Schon vor 20 Jahren konnte gezeigt werden, dass
Vorläuferzellen der Keimzellen nur durch Veränderung des Kulturmediums
pluripotent gemacht werden. Schöler ist es dann vor kurzem gelungen, adulte
Keimstammzellen (germline stem cells, GSCs) aus dem Hoden von Mäusen in
pluripotente Stammzellen zu verwandeln, indem die Arbeitsgruppe den Zellen
genügend Platz und Zeit einräumte, sich in ihrem Kulturmedium zu entwickeln. Diese
von Keimzellen abstammenden pluripotenten Hodenzellen sind unipotent, bilden
also nur Zellen desselben Typs, die sich nicht nur selbst erneuern, sondern
auch Sperma bilden können. Weiter konnte die Gruppe zeigen, dass sich diese
Zellen auch zu Herz- oder Nervenzellen umprogrammieren lassen.

Schöler, der Direktor der Abteilung Zell- und
Entwicklungsbiologie am MPI Münster ist, sagte in Berlin: Auch wenn die
Keimbahn-Stammzellen ˈnurˈ unipotent sind, stellen die Erkenntnisse
doch einen ersten Schritt dar, auch somatische Zellen mit deutlich geringerem
Aufwand zu reprogrammieren und so wieder in ˈAlleskönnerˈ zu
verwandeln.“

Somatische Zellen häufen im Laufe des Lebens Mutationen an.
Gene, die kaum genutzt werden, sind dafür besonders anfällig. Je ähnlicher sich
Ausgangs- und iPS-Zelle sind, desto wahrscheinlicher ist es daher, die
induzierten Stammzellen später therapeutisch nutzen zu können, ohne
Erbgut-Schäden mit zu übertragen.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans Schöler
Direktor
MPI für Molekulare Biomedizin, Zell- und
Entwicklungsbiologie
Röntgenstraße 20, 48149 Münster
Tel.: +49 – 25170365 – 300
E‑Mail: office@​mpi-​muenster.​mpg.​de
www​.mpi​-muen​ster​.mpg​.de/​r​e​s​e​a​r​c​h​/​t​e​a​m​s​/​s​c​h​o​e​l​e​r​/​i​n​d​e​x​.html
Pressekontakt für diesen Kongress:
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Pressekontakt MDC:
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Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
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