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Gentest erkennt Vorboten von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinome) gehören zu den bösartigsten Tumorarten. Sie verlaufen lange Zeit ohne charakteristische Symptome, bilden aber schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt Tochtergeschwülste (Metastasen), die in das umgebende Gewebe oder die Lymphknoten eindringen. Das bedeutet, wenn dieser Tumor diagnostiziert wird, bestehen für die Betroffenen nur noch geringe Heilungschancen. Jetzt haben Wissenschaftler der Biotechnologiefirma InViTek in Berlin-Buch einen Gentest entwickelt, der bereits Vorboten sowie frühe Stadien dieser Krebserkrankung aufspüren kann. Pankreaskarzinome könnten damit frühzeitig entdeckt, und, so hoffen die Wissenschaftler, wirkungsvoller als bisher behandelt werden. Den Test haben Dr. Peter Bendzko und Dr. Timo Hillebrand (beide InViTek GmbH) zusammen mit Dr. Christoph Berndt vom Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt. Die für die Testauswertung benötigte Spezialsoftware stammt von der CIB GmbH Computereinsatz und Informatik in der Biomedizin, Berlin-Buch.

Der Früherkennungstest kann, so Dr. Peter Bendzko, routinemäßig bei Patienten eingesetzt werden, die ein erhöhtes Risiko haben, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Dazu gehören Personen, die über 65 Jahre alt sind und Patienten mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).

Der Gentest erkennt spezifische Veränderungen (Mutationen) in einem bestimmten Gen (K‑ras). Untersuchungen in den vergangenen zehn Jahren von Patienten mit Pankreaskarzinom haben gezeigt, daß dieses Gen bei der überwiegenden Zahl verändert ist und zwar an einer einzigen Stelle (Punktmutation). Weiter stellte sich heraus, daß diese Mutation schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Tumorwachstums einsetzt. Der Nachweis einer K‑ras-Mutation bedeutet jedoch nicht zwangsläufig die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs“. Die Betroffenen haben allerdings ein erhöhtes Risiko, an diesem Tumor zu erkranken.

Für die Untersuchung genügen schon kleine Proben von Bauchspeicheldrüsengewebe oder Sekret, das mit Hilfe eines Endoskop gewonnen wird. Aus der Probe wird die DNA isoliert. Mit Hilfe von Gensonden fahnden die Wissenschaftler anschließend nach dem mutierten K‑ras Gen.

Zwar ist es mit konventionellen Testsystemen möglich, anhand bestimmter Merkmale auf der Oberfläche der Krebszellen (Tumormarkern) ein Pankreaskarzinom zu entdecken. Dieses Tests sind jedoch nach Aussage von Dr. Peter Bendzko wenig spezifisch und in frühen Tumorstadien wenig aussagekräftig.

Jetzt arbeitet die Bucher Firma an einem weiteren K‑ras-Gentest zur Früherkennung von Dickdarmtumoren in Stuhlproben.

Barbara Bachtler
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Dr. Christoph Berndt
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