Schlechte Mäusemütter durch Mangel an Glückshormon Serotonin im Gehirn
Mäuse ohne „Glückshormon“ Serotonin im Gehirn (u.) sind kleiner als normale Mäuse (o.).
Die Forscher hatten in Mäusen das Gen normal’>Tph2 ausgeschaltet, um zu sehen, welche Funktion das Gen im Gehirn hat. Tph2 produziert das Enzym Tryptophan-Hydroxylase (TPH), das für die Serotoninbildung verantwortlich ist. Nachdem die Forscher Tph2 ausgeschaltet hatten, bildeten die Tiere so gut wie kein Serotonin im Gehirn.
Dennoch waren die Tiere lebensfähig und die Hälfte von ihnen erreichte das Erwachsenenalter. Sie benötigten aber tagsüber mehr Schlaf, und die Regelung ihrer Atmung, ihrer Körpertemperatur und ihres Blutdrucks waren verändert. Die weiblichen Mäuse konnten auch Nachwuchs bekommen und produzierten genügend Milch, um ihn zu ernähren. Sie vernachlässigten ihn aber so, dass er kaum lebensfähig war.
Das Gen Tph2 hatten die MDC-Forscher vor einigen Jahren mit Forschern der Freien Universität (FU) Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) entdeckt.
*Growth retardation and altered autonomic control in mice lacking brain serotonin
Natalia Alenina1*, Dana Kikic1*, Mihail Todiras1, Valentina Mosienko1, Fatimunnisa Qadri1, Ralph Plehm1, Philipp Boye1, Larissa Vilianovitch1, Reinhard Sohr2, Katja Tenner1, Heide Hörtnagl2, Michael Bader1
1Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine (MDC), Robert-Rössle-Str. 10, D‑13125 Berlin; 2Institute of Pharmacology, Charité-University Medicine, Berlin, Germany
*N.A. and D.K. contributed equally to this study.
Barbara Bachtler
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