Helmholtz fördert Biobank für Muskelzellen

Rückenwind für die Gründerinnen und Gründer von MDC und Charité: Als eine von sechs Spin-Off-Ideen fördert Helmholtz die Biobank „MyoPax“. Die Gewebebank soll die Muskelstammzellen von Erkrankten mit Muskelschwund so lange aufbewahren, bis eine regenerative Therapie zugelassen ist.

Seltene Muskeldystrophien zerstören mit den Muskeln auch die Stammzellen des Gewebes. Die Betroffenen verlieren damit die Chance auf Heilung durch Stammzell-basierte Therapien. An diesen wird derzeit intensiv geforscht. MyoPax soll die erste Biobank für Muskelgewebe auf Arzneimittelniveau werden, die es Erkrankten ermöglichen soll, in Zukunft von diesen Therapien zu profitieren.

Das Myopax-Team: Janine Kieshauer, Simone Spuler, Verena Schöwel und Andreas Marg (v.l.n.r.)

Stammzellen aufbewahren, bis es eine Therapie gibt

Das Team um Dr. Verena Schöwel und Professorin Simone Spuler vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC ), einer gemeinsamen Einrichtung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, arbeitet an regenerativen Therapien gegen Muskelschwund, um mehr als 50 erbliche, bislang unheilbare Muskelkrankheiten zu kurieren. Mit einem patentierten Verfahren gewinnen sie primäre Muskelstammzellen aus Routine-Biopsien.

In diesen Stammzellen können die Forscherinnen und Forscher dann Gendefekte reparieren, sie als Muskelzellen vermehren und neues Gewebe aufbauen. Die MyoPax-Biobank bewahrt die aufbereiteten Gewebeproben für Erkrankte so lange auf, bis das Verfahren fertig entwickelt ist und eine amtliche Zulassung erhält. Derzeit wird es präklinisch erprobt. Das Technologie-Transfer-Team des MDC unterstützt die Gründerinnen und Gründer bei ihrem Unterfangen.

Helmholtz fördert jährlich Gründerprojekte

Neben MyoPax wurden fünf weitere Gründungsprojekte in der aktuellen Ausschreibungsrunde in das Programm „Helmholtz Enterprise“ aufgenommen. Die Gründerinnen und Gründer erhalten über einen Zeitraum von zwölf Monaten eine Finanzierung von bis zu 260.000 Euro und durchlaufen unterstützende Programme. 176 Ausgründungen hat es seit 2005 aus den Helmholtz-Zentren gegeben. Rund die Hälfte davon ist aus „Helmholtz Enterprise“ hervorgegangen. 

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