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MDC-Wissenschaftler beteiligt an Sammelveröffentlichung zur Epigenetik

Das International Human Epigenome Consortium (IHEC) hat 41 Artikel in namhaften Journalen veröffentlicht. MDC-Gruppenleiter Prof. Nikolaus Rajewsky hat als Wissenschaftler und Mitglied im Deutschen Epigenom Programm (DEEP) maßgeblich dazu beigetragen.

Eines der großen Geheimnisse in der Biologie ist, wie sich die über 250 verschiedenen Zelltypen in unserem Körper entwickeln, obwohl jede Zelle eine identische DNA-Sequenz und damit den gleichen genetischen Bauplan (Genom) besitzt. Die Erforschung des menschlichen Genoms hat zwar einige Rätsel gelöst; offen bleibt aber die Frage, welche Prozesse die Expression der Gene in unseren Zellen steuern und deren Funktionen nachhaltig regulieren. Zwar ist bekannt, dass die spezialisierten Funktionen einer Zelle von Transkriptionsfaktoren kontrolliert werden, die innerhalb genregulatorischer Netzwerke wirken. Welche Gene dauerhaft an- oder abgeschaltet bleiben, kann jedoch auch durch spezielle Modifikationen des Chromatins gesteuert werden. Diese werden als epigenetische Modifikationen bezeichnet und bestimmen beispielsweise die Zugänglichkeit des Chromatins für Transkriptionsfaktoren.

Die spezifischen Muster dieser Modifikationen, die in ihrer Gesamtheit als Epigenom bezeichnet werden, erzeugen ein Gedächtnis“ für Entwicklungsprozesse und Umwelteinflüsse, das die Funktionen der Zellen langfristig steuert. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass Abweichungen dieser epigenetischen Programmierung eine große Rolle bei der Entstehung von Krankheiten wie Krebs und Autoimmunerkrankungen spielen können. Die präzise Erfassung der zugrunde liegenden epigenetischen Prozesse kann zukünftig dabei helfen, die Ursachen von Krankheiten zu identifizieren sowie neue Wege zur Vorbeugung, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen zu entwickeln.

Wissenschaftler des International Human Epigenome Consortium (IHEC) haben jetzt eine umfangreiche Sammlung von insgesamt 41 Artikeln veröffentlicht, die unterschiedliche Aspekte epigenetischer Steuerung in Zellen des menschlichen Körpers eingehend beleuchten. Die Sammelveröffentlichung stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Epigenomforschung dar. 24 Manuskripte sind als Paket in der Zeitschrift Cell und anderen Magazinen des Cell Press Verlags erschienen, zusätzliche 17 Artikel wurden in weiteren renommierten Journalen veröffentlicht.

Die Sammlung der IHEC-Publikationen ist von Cell aufbereitet im Web abrufbar.

Die Publikationen sind das Ergebnis aktueller Forschungsarbeiten von an IHEC beteiligten Wissenschaftsprojekten aus Kanada, der EU, Deutschland, Japan, Singapur und den USA. Die Publikationssammlung spiegelt die Erfolge und den Fortschritt des internationalen Konsortiums in zentralen Bereichen aktueller epigenetischer Forschung wider. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Deutsche Epigenom Programm (DEEP) ist dabei mit vier Publikationen in den renommierten Journalen Immunity, Nature Communications, Epigenetics & Chromatin und Nucleic Acids Research an der umfangreichen Sammelveröffentlichung des internationalen Konsortiums beteiligt. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist Partner in DEEP.

Diese Meldung basiert auf einer Pressemitteilung des DEEP-Konsortiums.

Weiterführende Informationen

Website für die IHEC-Publikationen bei Cell.