Das Kursprogramm 2026/2027
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Labor trifft Lehrer*in ermöglicht es Lehrkräften in ganz Deutschland, in die aktuelle Forschung am Max Delbrück Center einzutauchen. Einmal monatlich laden wir Sie mittwochs von 16:00 – 17:30 Uhr in unsere virtuellen Labore ein, um mit einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler über deren Forschung und Werdegang zu sprechen, und Ihre Fragen zu stellen.
Über die Vorträge und Diskussionen hinaus möchten wir Ihnen so viel wie möglich aus unserer Spitzenforschung für die Schule mitgeben – seien es Unterrichtsmaterialien, Insiderinfos aus dem Wissenschaftsbetrieb, Kontakte zu Forschenden, Berufsberatung für Ihre Schüler*innen oder Grundlagen für Diskussionen über den Einfluss der modernen Forschung auf unsere Gesellschaft.
Haben wir Sie neugierig gemacht? Schauen Sie in unserem virtuellen Labor vorbei und lassen Sie sich für Ihren Unterricht inspirieren! Wir freuen uns auf Sie!
Hier finden Sie das Programm für 2026/2027 mit Informationen zu den einzelnen Kursen.
Alle Kurse sind von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg als Lehrerfortbildungen anerkannt.
Warum entwickeln immer mehr Menschen, junge wie alte, eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems wie beispielsweise Multiple Sklerose? Welche Therapien sind in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen? Und was können Betroffene selbst tun, um ihre Behandlung bestmöglich zu unterstützen? All das erfahren die Teilnehmenden in diesem Workshop.
Die Zellen des Körpers können sich nicht unbegrenzt teilen. Vielmehr erreichen sie im Zuge unseres Alterungsprozesses einen kritischen Moment, der mit dem unwiderruflichen Ende ihrer Teilungsfähigkeit verbunden ist. Forschende bezeichnen diesen Zeitpunkt als terminalen Teilungsstopp, replikative Seneszenz oder schlicht als zelluläre Alterung. Er geht mit entzündlichen Prozessen einher, weshalb seneszente Zellen eine wichtige Ursache für das „Inflammaging“ sind. Dieses ruft altersbedingte Funktionseinbußen unserer Organe und viele der großen Volkskrankheiten im Alter hervor, zum Beispiel Bluthochdruck, Demenz, Lungenfibrose, Diabetes oder Krebs. Bei Krebs spielt die Seneszenz eine besondere, zweischneidige Rolle, da sie das Entstehen von Tumoren anfangs hemmt, später jedoch fördert. Seneszente Zellen zielgerichtet zu vernichten, könnte eine völlig neue Behandlungsperspektive für die Vorstufen von altersbedingten Krankheiten eröffnen.
Die Konsistenz eines Gewebes zu ertasten (Palpation) gehört zu den ältesten und wichtigsten Untersuchungsmethoden der Medizin. Ein harter Knoten in der Brust oder eine verhärtete Leber können auf Erkrankungen hinweisen. Doch wie lässt sich die Konsistenz des Gehirns untersuchen, das sicher im Schädel verborgen liegt?
In diesem Vortrag erfahren Sie, wie die Magnetresonanz-Elastographie (MRE) die mechanischen Eigenschaften des Gehirns berührungslos misst und sichtbar macht. Überraschenderweise wird das Gehirn bei neuroinflammatorischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose weicher statt härter. Warum ist das so? Welche Rolle spielen Immunzellen, die extrazelluläre Matrix und der Verlust von Nervengewebe?
Erfahren Sie, wie Forschende Physik, Medizin und Neurowissenschaften verbinden, um diese Veränderungen sichtbar zu machen und besser zu verstehen, wie Entzündungen das Gehirn verändern. Langfristiges Ziel ist es, die MRE in die klinische Anwendung zu bringen, um neurologische Erkrankungen früher zu erkennen, ihren Verlauf besser zu überwachen und Therapien gezielter zu begleiten.“
Aus einer einzigen Zelle, der befruchteten Eizelle, entwickelt sich in erstaunlich kurzer Zeit ein kompletter Embryo, ein Organismus aus vielen verschiedenen Zelltypen wie Muskel‑, Haut- oder Nervenzellen. Alle Zellen des Körpers verfügen im Wesentlichen über die gleiche genetische Information. Unterschiedlich ist jedoch die Regulation des Genoms: Nicht alle Gene werden in jedem Zelltyp abgelesen. Wir wollen die Mechanismen verstehen, die die verschiedenen Zelltypen im Organismus entstehen lassen, und damit eine der zentralen Fragen der Entwicklungsbiologie beantworten. Neue Methoden in der Einzelzell-Genomik ermöglichen es Forschenden, die Mechanismen der Genregulation während der Embryonalentwicklung nachzuvollziehen.
Mikro- und Nanoplastikpartikel wurde im menschlichen Körper, darunter auch im Gehirn, nachgewiesen – doch welche Auswirkungen hat das auf die Funktion von Gehirnzellen? Mithilfe menschlicher Hirn-Organoide untersuchen Forschende, wie Nerven- und andere Hirnzellen auf Nanoplastik reagieren und welche molekularen Veränderungen dadurch ausgelöst werden. Modernste Multi-Omics-Analysen auf RNA‑, Protein- und Stoffwechselebene, sowie hochauflösende Mikroskopieaufnahmen liefern dabei neue Einblicke in die biologischen Mechanismen und helfen, Risiken für die Gesundheit besser einzuschätzen.
Warum erkennen Immunzellen solide Tumoren mitunter nicht? Und welche Rolle spielen Entzündungen, wenn ein Tumor entsteht? In diesem Workshop soll es um die grundlegenden Mechanismen des Zusammenspiels von Immun- und soliden Tumorzellen sowie um die Rolle entzündlicher Prozesse im Tumorwachstum gehen. In der zweiten Hälfte stehen therapeutische Strategien im Fokus, die gezielt in dieses Zusammenspiel eingreifen. Dazu gehören Checkpoint-Inhibitoren, die Zellen des Immunsystems modulieren, oder auch die gezielte Beeinflussung tumorassoziierter Immunzellen. Ziel des Workshops ist es, ein besseres Verständnis dieser komplexen Prozesse zu ermöglichen und neue Ansätze der Krebstherapie zu diskutieren.
Unsere Umwelt ist voll mit Leben. In Gewässern etwa finden wir auf kleinstem Raum Tausende von Arten: Bakterien, Tiere aller Größen, Pflanzen, Pilze. Sie alle enthalten genetische Informationen in Form von DNA oder RNA, die wir mithilfe der Hochdurchsatzsequenzierung auslesen können. Im Rahmen der Wasserkampagne der Helmholtz-Gemeinschaft untersuchen wir so, wie sich die Zusammensetzung der Organismen in Flüssen und Auen je nach Jahreszeit und vorherrschenden Bedingungen, zum Beispiel in Trockenperioden, verändern. Mit unserer Forschung unterstützen wir das Wassermanagement von Kommunen und Ländern – auch um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
Proteine sind die molekularen Maschinen des Lebens. Sie übernehmen vielfältige Aufgaben in unseren Zellen und spielen eine zentrale Rolle bei Gesundheit und Krankheit. Doch wie gelingt es, Proteine im Labor herzustellen, sie zu untersuchen und für Medizin und Wissenschaft nutzbar zu machen? Einblicke in die Arbeit der Technologieplattform „Proteinproduktion & Charakterisierung“ zeigen, warum Proteine für die Forschung unverzichtbar sind. Die Eiweißmoleküle stehen im Mittelpunkt vieler wissenschaftlicher Fragen: Man möchte ihre Funktion in biologischen Prozessen verstehen, sie gezielt verändern, um neue proteinbasierte Wirkstoffe zu entwickeln, und sie als Werkzeuge einsetzen, die viele Technologien überhaupt erst ermöglichen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen moderner biomedizinischer Forschung und entdecken Sie, wie spezialisierte Forschungsinfrastrukturen zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen!
Stammzellen sind äußerst flexible Zellen. Sie sorgen dafür, dass in unserem Körper Zellen erneuert und ersetzt werden und dadurch die Funktionen von unseren Organen auf lange Zeit gewährleistet ist. In der Fortbildung lernen die Lehrerinnen und Lehrer den Ursprung, das Potenzial und die Einsatzmöglichkeit von Stammzellen in der biomedizinischen Forschung kennen. Am Beispiel des Nördlichen Breitmaulnashorns diskutieren wir die Möglichkeit, wie mithilfe von pluripotenten Stammzellen gefährdete Arten erhalten werden könnten.
Proteine sind die Funktionsträger von biologischen Prozessen. Doch wie können Proteine in ihrer Gesamtheit analysiert und ihre Funktion verstanden werden? Die Massenspektrometrie-basierte Proteomik ist dafür die Methode der Wahl. Anhand von Beispielen zeigen wir, wie diese Technologie hilft, Lebensprozesse und die molekularen Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen. In der Fortbildung lernen die Lehrerinnen und Lehrer die Grundprinzipien der Massenspektrometrie für die Proteinanalytik kennen.
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Viele epidemiologische Studien haben untersucht, ob bestimmte Ernährungsfaktoren mit dem Krebsrisiko assoziiert sind. In dieser Fortbildung wird der Weg von epidemiologischen Einzelstudien zu fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen illustriert. Außerdem werden wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen zur Krebsprävention vorgestellt und diskutiert.
Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Trotz enomer Fortschritte und neuster Ansätze ist eine universelle Therapie nicht abzusehen. Ein Grund dafür ist die hohe Heterogenität und kontinuierliche Evolution von Tumoren, die ähnlich dem Zusammenspiel von Bakterien und Antibiotika , schnell in der Lage sind sich an neue Umwelteinflüsse anzupassen. In diesem Kurs werden wir einen Blick auf die Prozesse werfen, die hinter der Evolution von Tumoren stecken. Mittels moderner bioinformatischer Verfahren werden wir sehen, wie sich die Tumorevolution bei Patient*innen rekonstruieren lässt und wie in Zukunft die Resistenzentwicklung vorhergesagt oder sogar unterbunden werden kann.
Zilien sind Fortsätze an fast allen menschlichen Zellen, die zur Fortbewegung aber auch der Signalübertragung dienen. Zilien spielen eine zentrale Rolle bei der Zellteilung. Genetische Störungen der Zilien-Funktionen führen zu weitverbreiteten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. In diesem Kurs erfahren Sie mit welchen Methoden MDC-Forschende Zilien untersuchen um Defekte und Störungen der Zilium-abhängigen Signalwege der Zelle aufzuklären.
Der Mensch ist ein Metaorganismus: Mehrere Billionen von mikrobiellen Zellen befinden sich auf und in uns. Diese Mikroorganismen, das Mikrobiom, spielen eine wichtige Rolle in unser Immun-und Stoffwechselhomöostase sowie bei der Entstehung von Krankheiten. Durch jüngste technische Fortschritte begann eine Revolution im Verständnis des menschlichen Mikrobioms. Techniken wie die 16S und Shotgun Sequenzierung und die Entwicklung ebenso leistungsfähiger Rechenwerkzeuge machen es möglich das Genom der uns bewohnenden Mikroorganismen und deren Funktionsweisen in einer Art zu erforschen, die der Wissenschaft bisher verborgen blieb.
Das Virus SARS-Cov‑2 beschäftigt derzeit die ganze Welt und beeinflusst unseren Alltag. Auch in Berlin läuft die Forschung auf Hochtouren. Der MDC-Wissenschaftler Dr. Emanuel Wyler untersucht die Veränderungen in verschiedenen Zellen und Organoiden bei einer Infektion. Hierbei wird die Frage geklärt: Welche Veränderungen finden in infizierten Zellen statt und wie entstehen daraus schwere oder milde Krankheitsverläufe? Die Veränderungen in einer infizierten Zelle können von Zelltyp zu Zelltyp unterschiedlich sein. Die untersuchten Modelle sind bspw. Lungenstücke, verschiedene Organoide und unterschiedliche Zelllinien.
Am 11. März 2016 fand erstmals an verschiedenen Standorten in Deutschland der UnistemDay statt. In Berlin wurde der UnistemDay am MDC mit dem German Stem Cell Network (GSCN) ausgerichtet. Die über 200 Schülerinnen und Schüler konnten im Rahmen von Workshops, bei Fachvorträgen und einer interaktiven Lasershow mit den Forschern diskutieren und ihr Wissen zu Stammzellen vertiefen.
Das Max Delbrück Center lädt jedes Jahr zur Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch und an das MDC-BIMSB in Berlin-Mitte ein. Das virtuelle Programm reicht von filmischen Einblicken in den Forschungsalltag über einen Rückblick auf den Bilder-Wettbewerb „Scientific Image Contest“ und ein Online-Quiz bis hin zu einer Clubhouse-Diskussionsrunde über COVID-19 und einen nächtlichen Talk mit Wissenschaftler*innen.
In der Berlin Science Week kommen Forschende aus Berlin zusammen, um über aktuelle Themen der Forschung mit der Öffentlichkeit zu besprechen. Das Max Delbrück Center ist mit spannenden Veranstaltungen dabei.
Die Wissensstadt gibt den Wissenschaften in Berlin eine Bühne. Vor dem Roten Rathaus in Berlin kann die interdisziplinäre, weltoffene und innovative Wissenschaftsmetropole entdeckt werden. Es werden Antworten auf wichtige Fragen zu Themen unserer Zeit gegeben. Das Berlin Science Week bietet mit den Veranstaltungen Einblicke in die Forschung und trägt zum Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft bei.
Das Citizen Science Projekt SMOVE möchte in Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Wissenschaftler*innen eine epidemiologische Studie zur Erfassung von sitzendem Verhalten, Aktivitätsverhalten und deren Einflussfaktoren bei Schüler*innen durchführen. Diese Studie wird selbstverständlich anonymisiert und nach Genehmigung der Schulleitung bzw. der Schulverwaltung durchgeführt. Die Schüler*innen erfahren durch Wissenschaftler*innen des MDC, was Epidemiologie ist und warum ein aktiver Lebensstil wichtig für die Gesundheit ist, gewinnen Einblick in den Ablauf einer epidemiologischen Studie und sind selber aktiv an der Durchführung beteiligt und lernen, Hypothesen zu entwickeln und diese zu überprüfen.
Aufzeichnungen früherer „Labor trifft Lehrer*in“- Veranstaltungen, u.a. zu Krebs und Ernährung, Sars-CoV2-Forschung oder Stammzelltechnologien und Arterhaltung: Zu den LTL-Videos
„Fit in Gesundheitsfragen – Unterrichten zu Krebs“: Materialien des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
German Stem Cell Network: Unterrichtsmaterialien zu Stammzellen und Stammzellforschung
Tierversuche und Ethik: Tierversuche am Max Delbrück Center
Open Science: Lebenswissenschaften im Dialog
Aus der Forschung direkt in die Schule. Ein Portal der Max Planck-Gesellschaft: Max-Wissen