HIV-infected H9 T cell

Zukunftsthema Immunologie und Inflammation

Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft

Die Initiative

Fünf Helmholtz-Zentren vereinigen ihre Fähigkeiten und Ressourcen in einer neuen Forschungsinitiative, die immunologische Forschung und die Entwicklung von neuen Therapien vorantreiben soll. Das MDC koordiniert das langfristig angelegte Unterfangen, das im November 2017 mit einem 3-Jahres-Programm gestartet ist.

Es herrscht Aufbruchsstimmung in der Immunologie, denn in den letzten Jahren hat die Forschung am Immunsystem extreme Fortschritte gemacht. Inzwischen wurden erste immunologische Therapien zugelassen, andere befinden sich in der klinischen Erprobung. Forscherinnen und Forscher decken immer mehr Details über das System aus Organen, Geweben und verschiedenen Zelltypen auf.

Das „Zukunftsthema Immunologie und Inflammation“ führt immunologische Forschung, die auf verschiedene Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft verteilt ist, in einer gemeinsamen Struktur zusammen. Das Herzstück sind Tandemprojekte, bei denen Labore verschiedener Zentren eng zusammenarbeiten.

Die MDC-Forscher Michela Di Virgilio und Klaus Rajewsky leiten und koordinieren die Initiative. Sie ist Ausgangspunkt für ein dauerhaftes Forschungsprogramm, das die Helmholtz-Gemeinschaft langfristig international als ein Hauptakteur der anwendungsnahen Immunologieforschung positioniert.

Wissenschaftliche Leitfragen der Initiative

  • Wie wird die Gewebespezifizität im Immunsystem erlangt und wie wird sie durch Entwicklungsprogramme, Umwelteinflüsse, Plastizität und Mikroumgebung reguliert?

  • Wie sind Infektionen, Immunreaktionen, Entzündungen und Erkrankungen des Nervensystems, inkl. neurodegenerativer Erkrankungen, miteinander verknüpft und wie können wir diese Information nutzen, um diese Krankheiten besser zu verstehen und zu behandeln?

  • Wie können wir unser Wissen über das Immunsystem anwenden, um innovative Therapien zu entwickeln, neue Antigene für Immuntherapien zu identifizieren oder Gentherapien für monogenetische Immunerkrankungen zu entwickeln?

Die Helmholtz-Zentren verfügen für die Bearbeitung dieser Themen ein breites Repertoire an modernsten Technologien und Expertisen. Beispiele sind die CRISPR/Cas9-vermittelte Mutagenese, erprobte genetische Mausmodelle, Cell-Fate-Mapping, Organoide und Tumorexplante, sowie die GMP-Herstellung von Therapeutika und langjährige Erfahrung in der Durchführung klinischer Studien.

Neben neuen und gemeinsamen Forschungsprojekten steht auch die Ausbildung der nächsten Generation von Grundlagen- und klinischen Forschern in der Immunologie, sowie der wissenschaftliche Austausch im Fokus des Zukunftsthemas.

Titelbild: Rasterelektromikroskopische Aufnahme einer HIV-infizierten H9-T-Zelle. Credit: NIAID, cc-by-2.0

Beteiligte

Diese 23 Forschungsgruppen sind an der Initiative beteiligt:

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das MDC widmet sich der Erforschung der molekularen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit mit dem Fokus auf systemweite Krankheitsmechanismen und der Umsetzung dieser Erkenntnisse in die klinische Anwendung.

Es ist eng mit der Charité verbunden, dem großen Universitätsklinikum Berlins; gemeinsame Einrichtungen sind das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und das Berlin Institute of Health (BIH).

Eines der Forschungsgebiete am MDC ist Immunologie und Entzündung, einschließlich Tumorimmunologie, DNA-Reparatur in B-Lymphozyten, die Rolle von Tumorstroma - Immunzellen-Interaktion bei Krebs, die Rolle angeborener Immunzellen bei Gliomen und neurodegenerativen Erkrankungen und die Entwicklung von Immuntherapieansätzen.

Die beteiligten Gruppen bringen ein breites Spektrum an technologischem Know-how ein, das von biochemischen Assays, Struktur-Funktionsanalysen, Gen-Editing, der Generierung präklinischer Mausmodelle, der GMP-Produktion bis hin zu klinischen Studien reicht.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Das DKFZ ist ein multidisziplinäres Zentrum, das die Krebsbiologie von der molekularen Grundlagenforschung über die Zellbiologie bis hin zur klinischen Forschung und Versorgung abdeckt.

Über das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), ein Joint Venture zwischen dem DKFZ, dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem Deutschen Krebsfonds, hat das DKFZ Zugang zu Patienten für die translationale Forschung.

Die beteiligten Gruppen des DKFZ verfügen über eine breite Expertise in der Grundlagen- und klinischen Tumorimmunologie, dem Zusammenhang zwischen Krebs, chronischer Entzündung und Virusinfektion, Neuroimmunologie und Immunüberwachung von Tumoren. Das Zentrum wird technologische Expertise einbringen, die für den Erfolg des Vorschlags entscheidend ist, wie z.B. die Generierung und Charakterisierung von präklinischen Mausmodellen, in vivo Fate Mapping, GMP-Produktion und klinische Studien.

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

Das DZNE befasst sich mit neurodegenerativen Erkrankungen, die sowohl die Erforschung der molekularen und zellulären Grundlagen der neurodegenerativen Erkrankungen als auch die klinische und bevölkerungsbezogene Forschung umfassen.

Die beteiligten Gruppen beschäftigen sich mit den Zusammenhängen zwischen angeborenen Immun- und Entzündungsmechanismen bei neurodegenerativen Erkrankungen. Das Zentrum wird Expertenwissen über die Profilierung von Neurodegeneration, Neuroinflammation und neuronaler Funktion einschließlich In-vivo-Bildgebung, ZNS-Histologie, Etablieren von humanen Zellmodellen und deren funktionelle Bewertung unter physiologischen und pathologischen Bedingungen zur Verfügung stellen.

Helmholtz Zentrum München (HMGU)

Ziel des HMGU ist es, einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der wichtigsten nicht übertragbaren Volkskrankheiten zu leisten, die sich aus Lebensstil, Umweltfaktoren und persönlichem genetischen Hintergrund, insbesondere Diabetes und Allergie, entwickeln.

Das übergeordnete Ziel der Forschung der HMGU ist es, die komplexen Krankheitsursachen aufzuklären und neue Ansätze für eine präzise Diagnose, Prävention und Therapie zu entwickeln.

Die teilnehmenden Gruppen bringen ihre Expertise in den grundlegenden molekularen Mechanismen der T-Zell-Signalisierung, -Aktivierung und -Toleranz sowie der T-Zell-Immunität und -Immuntherapie bei Diabetes, Allergien und Lungenerkrankungen ein. Das Zentrum wird wichtige technologische Expertise bei der Generierung und Bereitstellung von neuartigen präklinischen Mausmodellen, Werkzeugen zur Bestimmung von Tumorzellen und Immunzellen und einem translatorischen Ansatz für die CRISPR/Cas9-basierte Gentherapie monogener Krankheiten einbringen.

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)

Das HZI verfügt über Expertise auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und erforscht die Grundlagen der Infektionsprozesse, um neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang werden die angeborenen und erworbenen Immunantworten des Wirtes auf Infektionen, Ausweichmechanismen, die es den Erregern ermöglichen, die Wirtsabwehr zu umgehen, und die zugrunde liegenden Mechanismen der Beseitigung von Pathogenen analysiert.

Das HZI wird sein Wissen über die epigenetischer Prägung für die Identifizierung von Immunzellen-Subsets, Epigenom-Editing von T-Zellen mit CRISPR/Cas9, mathematische Modelle, Mausverhaltensanalyse sowie Expertise in klinischen Studien und GMP-Produktion von Antikörpern und Immunzellen einbringen.

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Förderzeitraum

2017 – 2020

 

Fördersumme

5 Mio EUR
Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft

 

Beteiligte Helmholtz-Zentren

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Helmholtz-Zentrum München (HMGU)
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

 

Koordination

MDC

 

Leitungsgremium

Klaus Rajewsky (MDC)
Michela Di Virgilio (MDC)
Matthias Heikenwälder (DKFZ)
Michael Heneka (DZNE)
Ulrich Kalinke (HZI)
Claudia Traidl-Hoffmann (HMGU)

 

Kontakt

 

Leitungsgremium

Prof. Dr. Michela Di Virgilio
Michela.DiVirgilio@mdc-berlin.de

Prof. Dr. Klaus Rajewsky
Klaus.Rajewsky@mdc-berlin.de

 

Koordination

Marta González Gómez
Marta.GonzalezGomez@mdc-berlin.de
+49 30 9406 4268