MINT-EC

Bits, Bytes und Bakterien: Systembiologie-Woche am MDC

Lässt sich das Leben von Mikroorganismen mathematisch beschreiben? Um Fragen wie diese geht es bei der MINT-Excellence-Akademie „Systembiologie“, die vom 6. bis 10. Februar 2017 am MDC stattfindet. 20 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland lernen im Labor und am Rechner, wie Wissenschaftler biologische Vorgänge modellieren.

An Laborbänken hantieren und komplexe Rechenmodelle ausprobieren: Bei der MINT-Excellence-Akademie „Systembiologie“ schlüpfen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler für ein paar Tage in die Rolle von Mathematikerinnen und Biologen. Die Systembiologie-Woche ist eine Veranstaltung des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC, zu dessen Mitgliedern auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) gehört, und des Gläsernen Labors am MDC. Die Veranstaltung wird von der Joachim Herz Stiftung gefördert, die das Konzept entwickelt hat, und bietet ein umfassendes Programm: Vormittags geben Dozenten der Joachim Herz Stiftung Einblicke in die Theorie und erklären beispielsweise, wie sich Bakterienwachstum mathematisch modellieren lässt. Zusätzlich können sich die Schülerinnen und Schüler bei Experimenten im Gläsernen Labor praktisch erproben. An den Nachmittagen hospitieren sie in insgesamt zehn Laboren des Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) am MDC, wo sie den Forschenden über die Schulter schauen können.

Zum Beispiel im Labor der Gruppe von Prof. Dr. Ana Pombo: „Ich habe den zwei Schülern, die bei uns waren, erklärt, was Stammzellen sind, wie man sie züchtet und lagert. Sie haben interessiert zugehört und viele Fragen gestellt. Ich glaube, es hat ihnen wirklich gut gefallen und sie konnten einiges mitnehmen“, berichtet Forscherin Dr. Marta Slimak-Mastrobuoni. Die Gäste waren nur 3,5 Stunden im Pombo-Labor, aber das Programm hatte es in sich. Die Schüler erhielten neben dem Stammzell-Schnellkurs eine Einführung in Bildgebung per Laser-Mikroskop, und erfuhren, wie Genome Architecture Mapping (GAM) funktioniert, eine neue Methode, um die dreidimensionale Struktur des Erbguts im Zellkern zu analysieren. Anschließend beschäftigten sie sich mit der Gewinnung, Verarbeitung, Visualisierung und Auswertung von Sequenzierdaten aus dem Genom.

Abschluss und Höhepunkt der Systembiologie-Woche ist ein Mini-Symposium am Freitag, bei dem alle beteiligten Labore kurze Vorträge über ihre Arbeit halten und die Schüler ihre Experimente vom Gläsernen Labor vorstellen. Die Systembiologie-Woche ist bereits die zweite große Veranstaltung, die das MDC im Rahmen seines Engagements im MINT-EC-Netz organisiert; 2013 fand die erste MINT-Excellence-Akademie am MDC statt.

Beteiligte Arbeitsgruppen des BIMSB

Weitere Informationen

Das Lehrerfortbildungsprogramm am MDC Labor trifft Lehrer
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