Das war die Lange Nacht der Wissenschaften 2026!
Am 6. Juni 2026 haben wir zum 26. Mal für Tausende Neugierige die Türen zu unseren Laboren geöffnet, Fragen beantwortet, gemeinsam experimentiert, gelacht und erklärt, wie unsere Arbeit die Medizin von morgen prägen kann. Ein Rückblick in Bildern.
Wer am Samstagabend kurz vor elf durch die hell erleuchteten Fenster am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center (MDC-BIMSB) in der Hannoverschen Straße blickte, sah noch immer einen prall gefüllten Vortragsraum: fast jeder Platz belegt und in vielen Gesichtern ein Lachen. Der Science Slam war in vollem Gange, eines von vielen Highlights während der Langen Nacht der Wissenschaften.
Mehr als 1200 Menschen waren im Laufe des Abends zu unserem Standort in Berlin-Mitte gekommen. Fast 2400 weitere haben auf dem Campus Berlin-Buch hinter die Kulissen geschaut – bei uns am Max Delbrück Center und bei unseren Nachbarn.
Dass dieses Angebot bei den Berlinerinnen und Berlinern auf so viel Enthusiasmus trifft, spricht für die Bedeutung des direkten Dialogs: „Vertrauen entsteht durch Begegnung – und genau das wird hier geleistet“, sagte Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra während der feierlichen Eröffnung der Langen Nacht am MDC-BIMSB.
Das Max Delbrück Center gehört zu den ungefähr 60 wissenschaftlichen Einrichtungen in ganz Berlin, die gemeinsam eines der größten Wissenschaftsfestivals in ganz Deutschland auf die Beine stellen.
Feierliche Eröffnung
„Die vielen spannenden Experimente und persönlichen Begegnungen mit Forschenden zeigen einmal mehr, wie viel Begeisterung und Innovationskraft in Berlin steckt – eine echte Inspiration für alle Generationen.“ Dr. Ina Czyborra, Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, bei der Eröffnung der Langen Nacht.
Von links nach rechts: Nikolaus Rajewsky, Direktor des MDC-BIMSB, Olaf Schulz, Vorstandsmitglied der Berliner Sparkasse, Christina Quensel, Vorstandsvorsitzende LNDW e.V. und Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH, Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Maike Sander, Vorstandsvorsitzende und Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center, Kirstin Bodensiek, Adminstrative Vorständin des Max Delbrück Center, Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung
Campus Buch
Auch in Buch gab es viel zu entdecken: Normalerweise transportieren die Venen sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen, meist gegen die Schwerkraft. Bei uns konnten die Gäste gemeinsam mit Expert*innen ein sechs Meter langes begehbares Venenmodell erkunden und sich zum Beispiel einen Stent von Nahen anschauen.
Pipettieren, wiegen, schätzen … gar nicht so einfach, wenn man bei der Laborolympiade antritt.
Nicht alles ist Rocket Science! Die Schüler*innen des Havemann-Gymnasiums haben Raketen gestartet.
Falsch gefaltet ist giftig für’s Gehirn – und die unmittelbaren Auswirkungen von fehlgefalteten Proteinen konnten Interessierte im Labor von Erich Wanker beobachten. Das Röhrchen auf der linken Seite enthält Taufliegen mit einer Mutation, die die Huntington-Krankheit nachahmt. Sie krabbeln viel langsamer das Röhrchen hinauf als die normalen Fliegen im Röhrchen auf der rechten Seite.
Berlin-Mitte (MDC-BIMSB)
Ungeordnete Proteine sind ein bisschen wie Spaghetti im Gehirn, sagen die Forschenden aus dem Labor von Melissa Birol. Sie untersuchen, wie diese Proteine Ablagerungen im Gehirn bilden und damit die Funktion von Nervenzellen beeinträchtigen – etwa bei Alzheimer oder Parkinson. Dafür nutzen sie Hirn-Organoide …
… und moderne Mikroskopie. Ihre Fragen: Warum schreitet die Krankheit immer weiter voran? Was sind die Treiber? Können wir den Verlauf vorhersagen?
Die moderne Lichtmikroskopie stand auch bei einer Mitmachstation im Mittelpunkt ...
… und wer wollte, konnte sogar mit VR-Brillen tief eintauchen in die Bilder, die die Forschenden um Robert Zinzen gemeinsam mit anderen Arbeitsgruppen zum Beispiel von Hirn-Organoiden machen. Kann sich Mikroplastik in den Nervenzellen anreichern?
Im Labor von Jan Philipp Junker beobachten Forschende dagegen die früheste Embryonalentwicklung anhand von Zebrafischen. Wie entwickelt sich aus einer einzelnen befruchteten Eizelle ein ganzer Organismus? Woher wissen Zellen, welches Gewebe sie bilden und wohin sie dafür wandern müssen? Bei ihrer Station konnten die Gäste raten, welche Organe gerade unter dem Mikroskop grün leuchten. Das Herz? Die Blutzellen? Die Nerven im Rückenmark?
Wussten Sie, dass ein Regentropfen ungefähr 500-mal so groß ist wie ein Zellkern? In einer Mikrotiterplatte liegt in der der 384 Vertiefungen ein solch winziger Kern. Bevor das jeweilige Erbgut sequenziert werden kann, braucht jeder Zellkern die gleiche Mini-Menge einer Lösung. Das geht am besten mit einem Pipettier-Roboter, erklärten die Forschenden aus dem Labor von Michael Robson. Sie untersuchen mit Einzelzellanalysen, wie sich gesunde von kranken Muskelzellen – etwa bei einer Muskeldystrophie – unterscheiden.
Die Besucher*innen durften anschließend selbst ausprobieren, das glänzende Siegel von der Platte lösen: möglichst in einem Rutsch – und ohne Verunreinigungen. Keine leichte Aufgabe. „Das kann eine emotionale Herausforderung sein“, sagten die Forschenden. Schließlich sind dann schon mehrere Tage und etliche Euro in das Experiment geflossen.
Wer nach all den Aha-Erlebnissen zwischendurch eine Pause brauchte, konnte sich auf der Dachterrasse zur elektronischen Musik von DJ d0erte …
… ganz entspannt zurücklehnen.
Auf dem Campus Berlin-Buch klang der Abend bei einem Quiz mit Tom und Darren aus.
Damit verabschiedeten wir uns aus dem Berliner Nordosten …
… und aus dem Herzen der Hauptstadt.