Klinische Chemie
Messung der Blutwerte
Die Animal Phenotyping Platform bietet die Möglichkeit, umfassende Analysen von Blutwerten der Labortiere durchzuführen. Mit einem kolorimetrischen Messansatz können bis zu 39 biochemische Parameter aus Serum, Plasma oder Urin bestimmt werden.
Zusätzlich können die Elektrolytkonzentrationen, d.h. Natrium, Kalium und Chlorid, anhand elektrischer Leitfähigkeit mit ionenselektiven Elektroden (ISE) in den Proben gemessen werden.
Jeder Parameter kann in einer sehr kleinen Menge des Probenmaterials gemessen werden. Dies ermöglicht sowohl die Überwachung kritischer Laborwerte über serielle Probenzeitpunkte während Studien hinweg als auch die vollständige Blutanalyse in Endpunktexperimenten.
Für zusätzliche Informationen über die spezifischen Mengen an Probenmaterial lesen Sie bitte den Abschnitt über die Probenvolumina weiter unten und fragen Sie das Personal der Einrichtung.
Bitte lesen Sie auch unsere Hinweise zur Probenvorbereitung im Abschnitt unten und setzen Sie sich für weitere Fragen bedenkenlos mit uns in Verbindung!
- Parameter der Klinischen Chemie
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Mehrere klinische Parameter können in unserem Labor mit dem klinisch-chemischen Analysegerät AU480 (Beckman Coulter) gemessen werden. Die auf der Nasschemie basierenden kolorimetrischen und enzymatischen Methoden des AU480 erlauben eine schnelle und präzise Beurteilung von Parametern wie Enzymen (z.B. Kreatinkinase, Lipase, alkalische Phosphatase…) oder biochemischen Substraten (z.B. Glukose, Cholesterin, Albumin…).
Lebensnotwendige Elektrolyte (d.h. Na, K und Cl) können mit Hilfe der Ionenselektive-Elektroden-Technologie (ISE) bestimmt werden.
Hier eine Übersicht der an der Animal Phenotyping Platform messbaren Laborwerte:
Serum/Plasma Parameter
Abbr. Parameter Unit Measuring Range ALB Albumin g/l 15 — 60 ALP Alkaline Phosphatase U/l 5 — 1500 ALT Alanine Aminotransferase U/l 3 — 500 AMM Ammonia µg/dl 17 — 1020 AMYL Amylase U/l 10 — 1500 AST Aspartate Aminotransferase U/l 3 — 1000 CA Calcium mg/dl 4 — 20 CHOL Cholesterol, total mg/dl 25 — 700 CK Creatine Kinase, total U/l CK-MB Creatine Kinase, isoenzyme M/B U/l 10 — 2000 CL Chloride mmol/l 50 — 200 CRE Creatinine mg/dl 0.05 — 50 CRP C‑Reactive Protein mg/l 0.08 — 80 CYSC Cystatin C mg/l 0.4 — 8 DBIL Bilirubine, direct mg/dl 0 — 10 FE Iron µg/dl 10 — 1000 FERR Ferritin µg/l 8 — 450 GGT Gamma Glutamyl Transferase U/l 3 — 1200 GLU Glucose mg/dl 10 — 800 HCYS Homocystein µmol/l 2 — 44 HDL High Density Lipoprotein mg/dl 2.5 — 200 K Potassium mmol/l 1 — 10 LAC Lactate mg/dl 2 — 120 LDH Lactate Dehydrogenase U/l 25 — 1200 LDL Low Density Lipoprotein mg/dl 7 — 400 LIP Lipase U/l 3 — 600 MG Magnesium mg/dl 2 — 8 NA Sodium mmol/l 50 — 200 PHOS Phosphorous, inorganic mg/dl 1 — 20 TBIL Bilirubine, total mg/dl 0 — 30 TP Protein, total g/l 30 — 120 TRF Transferrin (TIBC) mg/dl 75 — 750 TRIG Triglycerides mg/dl 10 — 1000 UA Uric Acid mg/dl 0,5 — 18,0 UIBC Unsaturated Iron Binding Capacity µg/dl 55 — 550 UREA Urea mg/dl 5 — 300 Urine Parameter
Abbr. Parameter Unit Measuring Range AMYL Amylase U/l 10 — 4800 CA Calcium mg/dl 0.1 — 40 CL Chloride mmol/l 15 — 400 CRE Creatinine mg/dl 1 — 500 GLU Glucose mg/dl 1 — 800 K Potassium mmol/l 2 — 200 MG Magnesium mg/dl 5 — 22 NA Sodium mmol/l 10 — 400 PHOS Phosphorous, inorganic mg/dl 0 — 350 UA Uric Acid mg/dl 2 — 400 UALB Urinary Albumin mg/dl 0.7 — 45 UP Urinary Protein mg/dl 0 — 200 UREA Urea mg/dl 60 — 4500 Bitte beachten Sie, dass das Gerät entsprechend den spezifischen Messbereichen kalibriert wird. Aus technischen Gründen sind die ermittelten Werte nur dann zuverlässig, wenn sie in diese Bereiche passen. Falls Sie Werte erwarten, die deutlich von diesen abweichen, teilen Sie uns dies bitte vor dem Einreichen Ihrer Proben mit. Wir werden dann in der Lage sein, adäquate Verdünnungen Ihrer Proben herzustellen.
- Referenzwerte
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Es ist sehr wichtig zu beachten, dass “normal” eine relative Einschätzung der Eigenschaften einer Gruppe von Lebewesen ist. Mit anderen Worten: Verschiedene genetische Stämme, z.B. Mausstämme, weisen ohnehin unterschiedliche “natürliche” Charakteristika auf. Unterschiedliche Behandlung, und das kann bereits die unterschiedliche Tierhaltung sein, die für jede Einrichtung an sich zwar “normal” ist, sich aber von Institut zu Institut unterscheiden kann, führt oft zu Unterschieden im “normalen” Verhalten der Laborwerte. So sind die Möglichkeiten sehr vielseitig, warum eine Gruppe von Tieren nicht “normale” Werte zeigt, wenn man sie mit einer externen Referenzgruppe vergleicht, obwohl sie als “normal” oder unbelastet eingestuft wurden… und es tatsächlich wahrscheinlich auch sind.
Für gewöhnlich ist es nicht oder nur sehr bedingt möglich, die Bedeutung gemessener Laborwerte einer Gruppe mit denen einer komplett anderen Gruppe zu vergleichen, die keinen direkten Bezug zu dem jeweiligen Experiment hat.
Die Beurteilung, ob eine Testgruppe normale Werte zeigt oder nicht, ist strikt von der entsprechenden Kontrollgruppe abhängig. Wählen Sie also Ihre Kontrollgruppe unbedingt mit großer Sorgfalt aus!
- Probennahme
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Prinzipielle Überlegungen vor der Probennahme
Blutentnahme
Um die besten und zuverlässigsten Daten aus jeder Messung in der klinischen Chemie zu erhalten, ist es absolut notwendig, einige Anweisungen zu befolgen.
Bitte beachten Sie zunächst, dass Probenmaterial wie z.B. Blut eine zerbrechliche Substanz ist!
Wir empfehlen dringend, je nach Versuchsanordnung die am wenigsten invasive und traumatische Methode der Probenahme anzuwenden. So könnten Sie z.B. bei der Blutentnahme in Abschlussexperimenten die Ausblutung durch apikale Punktion des Herzens anstelle der Enthauptung in Betracht ziehen, um stumpfe Traumata und Kontamination des tropfenden Blutes zu vermeiden.
Die richtige Wahl des Probenbehälters ist ebenfalls sehr wichtig. Die meisten biochemischen Parameter werden im Blutserum gemessen. Um eine möglichst vollständige und effiziente Gerinnung der Probe zu erreichen, wird empfohlen, Röhrchen zu verwenden, die mit einem Gerinnungsaktivator beschichtet sind. Eine Gelphase im Röhrchen kann die anschließende Trennung der Serumprobe besonders einfach und effektiv machen.
Einige Parameter werden jedoch auch vorzugsweise im Plasma gemessen. Daher kann durch die Verwendung gerinnungshemmend beschichteter Probenröhrchen eine Gerinnung vermieden werden. Für die überwiegende Mehrheit der Messungen in Plasmaproben ist Lithiumheparin das am besten geeignete Antikoagulans.
Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Glucose und Lactat werden beispielsweise standardmäßig in Natriumfluoridplasma bestimmt.EDTA-Plasma ist generell schlecht für die klinische Chemie geeignet und sollte nur für hämatologische Untersuchungen verwendet werden.
Jede Röhrchenart ist für unterschiedliche Blutmengen (100 µl, 200 µl… 500 µl) erhältlich. Es ist wichtig, die richtige Größe der vorbehandelten Röhrchen für Ihr angestrebtes Probenvolumen zu wählen!
Bitte kontaktieren Sie uns für weitere Unterstützung!
- Proben Volumina
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Messungen in der klinischen Chemie werden ausschließlich mit Plasma‑, Serum- oder Urinproben durchgeführt. Nachfolgend genannte Probenvolumina beziehen sich auf diese Probenarten.
Um den Probendurchsatz stark zu erhöhen und die Zeit bis zur Ausgabe der Ergebnisse zu verkürzen, verwenden wir ein teilautomatisiertes Messverfahren. Aus diesem Grund ist ein anfängliches Startvolumen von 25µl zuzüglich des Messvolumens der jeweiligen Parameter pro Probe erforderlich.
Dieses Startvolumen wird nur einmal für eine kontinuierliche Messung in einer Probe benötigt, unabhängig davon, wie viele Parameter bestimmt werden sollen!
Zum Beispiel
1. Parameter X benötigt 5µl für die Messung. Das für diese Messung benötigte Gesamtvolumen beträgt dann:
anfängliches Startvolumen + Messvolumen X, d.h. 25µl + 5µl = 30µl.
2. Die Parameter X, Y und Z benötigen jeweils 5µl, 12µl und 2µl für die Messung. Das für diese Messung erforderliche Gesamtvolumen beträgt dann:anfängliches Startvolumen + Messvolumen (X + Y + Z), d.h. 25µl + (5 + 12 + 2)µl = 44µl.
3. Für die Messung von Elektrolyten, d.h. Natrium, Kalium und Chlorid, ist ein ISE-Volumen von 20µl erforderlich.Anfangsstartvolumen + ISE-Volumen, d.h. 25µl + 20µl = 55µl.
4. Elektrolyte und die Parameter X, Y und Z können gemessen werden in:anfängliches Startvolumen + ISE-Volumen + Messvolumen (X + Y + Z), d.h. 25µl + 20µl + (5 + 12 + 2)µl = 64µl.
Bitte beachten Sie, dass dies die Mindestvolumina für eine einfache Bestimmung der Werte sind. Eine Wiederholungsmessung, z.B. wegen einer notwendigen Verdünnung, ist damit nicht möglich. Wir empfehlen daher dringend, mehr Probenvolumen anzuliefern oder an einigen wenigen Proben vorab eine Testmessung zur Bestimmung der Wertebereiche durchführen zu lassen.
Anfragen & Anmeldung
Um die Nutzung unserer Leistungen der in vivo Phänotypisierung anzumelden, verwenden Sie bitte dieses Anmeldeformular.
Aufträge für die in vitro Blutanalyse können über dieses Formular beantragt werden.
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gern!