Jens Reich erhält Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte
In seiner Laudatio sagte der GDNÄ-Präsident, der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Prof. Joachim Treusch: „Mit Herrn Reich wird ein Mann mit der Lorenz-Oken-Medaille ausgezeichnet, der durch sein Engagement und durch seinen in schwierigen Zeiten bewiesenen Mut, besonders aber auch durch seine Sensibilität und seine analytische Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte allgemeinverständlich einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen, entscheidend dazu beigetragen hat, die Offenheit für die Wissenschaft, für den unvoreingenommenen öffentlichen Diskurs über Wissenschaft — ganz im Sinne Okens — zu verbessern“. Zugleich habe sich Prof. Reich sehr differenziert nicht nur mit den wissenschaftlichen, sondern auch mit den ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandergesetzt, die die Genforschung aufwirft.
Prof. Reich ist Forschungsgruppenleiter in der Medizinischen Genetik im MDC und C4-Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin für Bioinformatik. Im Rahmen des deutschen Human Genomprojekts leitet er derzeit ein Forschungsprojekt zur Computeranalyse von Krankheitsgenen. Er hat über 70 wissenschaftliche Publikationen und darüber hinaus zahlreiche Essays über die Genforschung in der Publikumspresse verfaßt. Prof. Reich arbeitet seit 1968 in Berlin-Buch. In den achtziger Jahren setzte er sich maßgeblich für die Bürgerrechtsbewegung in der DDR ein. 1991 erhielt Prof. Reich den Theodor-Heuss-Preis und 1993 den zum ersten Mal vergebenen Anna-Krüger-Preis, mit dem er für seine gute und verständliche Wissenschaftssprache ausgezeichnet wurde.
Die Oken-Medaille ist benannt nach dem Naturphilosophen und Arzt Lorenz Oken (1.8.1779 Bohlsbach/Baden — 11.8.1851 Zürich), der 1822 die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte gründete. Sie ist die älteste deutsche wissenschaftliche Vereinigung und hat rund 6 000 Mitglieder. Ziel der GDNÄ ist es, Studenten und Wissenschaftlern über die Grenzen des eigenen Fachs hinaus sowie einer breiten Öffentlichkeit Einblick und Überblick über die Entwicklung der Wissenschaften zu geben.
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