Erfassung von Krebserkrankungen in der NAKO Gesundheitsstudie: Methoden und erste Ergebnisse
Autor/innen
- Verena A. Katzke
- Volker Arndt
- Karin Halina Greiser
- Florian Karpa
- Dorothee Zoller
- Renée Fortner
- Karen Steindorf
- Michael Hoffmeister
- Hermann Brenner
- Peter Schirmacher
- Michael Leitzmann
- Katharina Nimptsch
- Ulrike Haug
- Katharina Hofmann
- Christoph Stallmann
- Ulrich Mueller
- Andrea Werdecker
- Iris Pigeot
- Enno Swart
- Wolfang Ahrens
- Martin Meyer
- Sabine Luttmann
- Alice Nennecke
- Anne von Rüsten
- Joachim Kieschke
- Tobias Hartz
- Andreas Stang
- Wolfgang Hoffmann
- Bernd Holleczek
- Hans Gert Fabian
- Annette Peters
- Stefan N. Willich
- Lilian Krist
- Matthias B. Schulze
- Kathrin Guenther
- Hajo Zeeb
- Nina Ebert
- Börge Schmidt
- Anna Köttgen
- Alexander Kluttig
- Rafael Mikolajczyk
- Volker Harth
- Nadia Obi
- Carolina Klett-Tammen
- Manuela Harries
- Wolfgang Lieb
- Heiko Becher
- Heike Minnerup
- André Karch
- Claudia Meinke-Franze
- Hansjörg Baurecht
- Ute Mons
- Lena Koch-Gallenkamp
- Klaus Berger
- Henry Völzke
- Tobias Pischon
- Alexander Katalinic
- Rudolf Kaaks
Journal
- Deutsches Aerzteblatt
Quellenangabe
- Dtsch Arztebl 123 (16): 439-446
Zusammenfassung
HINTERGRUND: Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine prospektive Kohortenstudie in Deutschland mit 205 053 Teilnehmenden. Sie hat das Ziel, Risikofaktoren für die Entstehung chronischer Erkrankungen, einschließlich Krebs, zu untersuchen. METHODS: Der vorliegende Artikel beschreibt die Methoden zur Erfassung von Krebserkrankungen (Krebsregisterabgleiche und Selbstangaben), die bisher ermittelten Häufigkeiten von neu auftretenden und bereits bestehenden Krebsfällen sowie das Verhältnis von beobachteten zu erwarteten Fallzahlen (O/E). ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 2774 prävalente (diagnostiziert in den fünf Jahren vor der Studienrekrutierung) und 4295 inzidente (diagnostiziert bis zu fünf Jahre nach der Rekrutierung) Krebserkrankungen identifiziert. Krebserkrankungen der Brust, der Prostata, der Lunge und des Kolorektums machten 55 % der Neuerkrankungen aus. Die Gesamtzahl der identifizierten Neuerkrankungen war niedriger als auf Grundlage der Inzidenzraten in der Allgemeinbevölkerung erwartet wurde (O/E-Verhältnis 0,80 95-%-Konfidenzintervall: [0,76; 0,83] für die ersten zwei Jahre der prospektiven Nachbeobachtung). Das O/E-Verhältnis variierte jedoch je nach Tumorlokalisation (zum Beispiel Brust: 1,02, Prostata: 1,12, Lunge: 0,38, Kolorektum: 0,62). Mögliche Erklärungen hierfür sind der Bias durch mehrheitlich gesunde Studienteilnehmende, verzögerte Tumormeldungen und unvollständige Abgleiche sowie unvollständige Selbstangaben. SCHLUSSFOLGERUNG: Für die nächsten Jahre wird ein Anstieg der Fallzahlen bei den am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen erwartet. Dies ermöglicht umfangreiche epidemiologische Analysen zur Krebsentstehung.