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Dem Bluthochdruck in der Schwangerschaft auf der Spur

Berliner Forschern Galenus-von-Pergamon-Preis 1999 zuerkannt — Für ihre Arbeiten zur Erforschung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft, einem schwerwiegenden gesundheitlichen Risiko für die werdende Mutter und ihr Kind, ist Prof. Friedrich Luft, Prof. Hermann Haller, Priv.-Doz. Volker Homuth (Universitätsklinikum Charité der Humboldt-Universität, Franz-Volhard-Klinik, Campus Berlin-Buch und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch) sowie Dr. Gerd Wallukat (MDC) der Galenus-von-Pergamon-Preis 1999 zuerkannt worden. Der mit insgesamt 25 000 Mark dotierte Preis wurde den drei Klinikern und dem Grundlagenforscher im Rahmen des ärztlichen Fortbildungskongresses Medica am 16. November in Düsseldorf überreicht.

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Er kann die Reifung des Kindes beeinträchtigen und eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft erforderlich machen. Schädigungen von Gehirn und Nieren sind in diesem Zusammenhang die häufigsten Komplikationen bei den Müttern“, erläutert Dr. Homuth. Nach seinen Angaben tritt der schwangerschaftsspezifische Bluthochdruck zusammen mit einer Eiweißausscheidung im Urin nach der 20. Woche auf. Die Ursachen für diese in der Fachsprache als Präeklampsie oder Gestose (lat. gestare – tragen) bezeichnete Erkrankung sind unklar.

Prof. Luft, Prof. Haller und Dr. Homuth fanden mit ihren Forschungsarbeiten möglicherweise Hinweise dafür, wie diese schwere Erkrankung entsteht. In Zusammenarbeit mit Dr. Gerd Wallukat (MDC-Forschungsgruppe Immunologie kardiovaskulärer Erkrankungen) entdeckten sie im Blut von Schwangeren mit Präeklampsie Abwehrzellen des Immunsystem, die den eigenen Körper angreifen, sogenannte Autoantikörper. Die Autoantikörper binden an den Rezeptor für Angiotensin II, ein Hormon, das für die Steuerung des Blutdrucks mitverantwortlich ist. Dadurch wird der Rezeptor aktiviert, was zur Steigerung des Blutdrucks führen kann. Unklar ist, wodurch die Bildung der Autoantikörper hervorgerufen wird. Prof. Luft vermutet, daß ein Auslöser (Antigen) dafür vom Fetus kommt, denn nach der Entbindung können die Autoantikörper im Blut der betroffenen Frauen nicht mehr nachgewiesen werden.

Die einzige wirksame Therapie für die Präeklampsie ist derzeit die vorzeitige Entbindung. Diese ist jedoch mit einer erheblichen Gefährdung des Kindes verbunden. Vorstellbar wäre nach Ansicht der Kliniker die Antikörperbildung zu unterdrücken, zum Beispiel durch Glucocorticoide, oder sie durch spezifische Auswaschverfahren aus dem Blut zu entfernen. Damit könnten möglicherweise eine Schwangerschaft verlängert und die Überlebenschancen des Kindes erhöht werden.

Der Galenus-von-Pergamon-Preis wird in der Bundesrepublik seit 1985 alle zwei Jahre verliehen. Stifter ist eine ärztliche Tageszeitung (Ärzte-Zeitung, Neu-Isenburg). Ziel des Preises ist die Förderung der pharmakologischen Forschung. Die Auszeichnung ist benannt nach dem griechischen Arzt Galen (129 n. Chr. Pergamon — 199 Rom), neben Hippokrates der bedeutendste Arzt der Antike.

Barbara Bachtler
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