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Am 6. Juli 2026 lädt das Max Delbrück Center in Berlin zu seinem ersten Bioengineering-Symposium ein. Renommierte Forschende aus aller Welt werden sich darüber austauschen, wie Bioengineering die Präzisionsmedizin voranbringen kann. Auch Wissenschaftsjournalist*innen sind herzlich willkommen.

Stellen Sie sich ein Krankenhauslabor der Zukunft vor: Eine Technikerin züchtet aus Darmkrebszellen ein Organoid heran, eine Miniaturversion des Tumors eines Patienten. Sobald das Organoid ausgereift ist, wird es in ein Mikrofluidik-Chip integriert, der winzige Kanäle enthält, die Blutgefäße nachahmen – zusammen mit Leber- und Herzorganoiden, die aus den Zellen desselben Patienten hergestellt wurden. Der Chip dient nun als Testplattform, um die wirksamste Therapie für den Krebs des Erkrankten zu finden und gleichzeitig die Schäden für Leber und Herz so gering wie möglich zu halten.

Nebenan produziert derweil ein 3D-Drucker Schicht für Schicht eine neue Niere aus den körpereigenen Stammzellen einer anderen Patientin. Ein weiteres Gerät druckt Biomaterialien, in denen sich regenerative Wirkstoffe verpacken und direkt in verletztes Gewebe injizieren lassen, um die Heilung zu beschleunigen. Im nächsten Raum werden Immunzellen so manipuliert, dass sie Tumore bekämpfen, die Reparatur von verletztem Gewebe steuern oder schädliche Entzündungen mit beispielloser Präzision unterbinden.

Auf dem Bioengineering Symposium 2026 des Max Delbrück Center werden internationale Expert*innen aus den Fachbereichen Organoide, Organ-on-Chip-Technologien, regenerative Biomaterialien und programmierbare Zelltherapien die wissenschaftlichen Fortschritte erörtern, die eine solche Präzisionsmedizin der klinischen Realität näherbringen. Das Symposium, das in drei Sessions mit unterschiedlichen Schwerpunkten gegliedert ist, findet am 6. Juli 2026 von 9 bis 18 Uhr im Max Delbrück Center in Berlin-Buch statt.

Agenda und Vortragende

Professor Matthias Lütolf vom Institute of Human Biology (IHF) in Basel und von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) wird beispielsweise über die Entwicklung zuverlässig reproduzierbarer Organoide und Organoid-on-Chip-Systeme sprechen, die menschliches Gewebe besser für die Krankheitsmodellierung und für Arzneimitteltests nachbilden. Professorin Kelly Stevens von der University of Washington wird ihre wegweisenden Methoden vorstellen, menschliches Gewebe künstlich zu erzeugen und nach der Implantation im Körper der Patient*innen zu kontrollieren. Professor Li Tang von der EPFL wird über intelligente Biomaterialien sprechen, die Abwehrreaktionen steuern und dadurch Krebsimmuntherapien verbessern und Infektionen bekämpfen.

Weitere international bekannte Redner*innen sind unter anderem Professorin Francesca Ceroni (Imperial College London), Professor Aleksandr Ovsianikov (TU Wien), Professorin Susan Thomas (Georgia Institute of Technology) and Professor Yu Shrike Zhang (Harvard Medical School). Die vollständige Liste aller Sprecher*innen ist im Programm zu finden.

Bioengineering definiert neu, was in der Medizin möglich ist. Wir beginnen, lebende Systeme zu entwickeln, die Krankheiten früher erkennen, geschädigtes Gewebe reparieren und die körpereigenen Zellen dazu bringen können, Erkrankungen zu bekämpfen“, sagt Professorin Maike Sander, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center. Wenn diese Technologien ausgereift sind, werden sie das Potenzial haben, die Gesundheitsversorgung grundlegend zu verändern: weg von der Therapie von Krankheiten, nachdem diese ausgebrochen sind, hin zur Prognose, Prävention und einem gezieltem Eingreifen, bevor bleibende Schäden entstehen. Ich freue mich sehr, dass unser Symposium viele der Forschenden zusammenbringen wird, die diesen Wandel einläuten.“

Redakteur*innen der Fachzeitschriften Nature Biomedical Engineering“, Nature Communications“, Nature Reviews Bioengineering“ und Nature Cardiovascular Research“ werden die Sessions moderieren.

Berlins Fokus auf Bioengineering

Das Symposium ist Teil einer umfassenderen Initiative des Max Delbrück Center. Das Zentrum will die Möglichkeiten des Bioengineering nutzen, damit aus den Entdeckungen in der biomedizinischen Forschung die Medizin von morgen werden kann. Organisiert hat die Tagung Maike Sander, die unter anderem die Bioengineering Coordination Unit innerhalb Helmholtz Health leitet, gemeinsam mit Professorin Karen Christman und Professorin Milica Radisic, zwei international anerkannten Vorreiterinnen des Bioengineering und Gastwissenschaftlerinnen am Max Delbrück Center, sowie Dr. Christine Horejs, Chefredakteurin von Nature Reviews Bioengineering“.

Anfang des Jahres gab die Helmholtz-Gemeinschaft bekannt, dass sie 36 Millionen Euro für drei neue Forschungsinitiativen bereitstellt, die zur Hightech Agenda Deutschland beitragen sollen – darunter eine im Bereich des Biomedical Engineering. Im vergangenen Jahr bewilligte die Gemeinschaft bereits Fördermittel in Höhe von 30,8 Millionen Euro für das Center for AI – Accelerated Molecular Innovations in Medicine“ (AI2M), das am Max Delbrück Center angesiedelt sein wird. Dank AI2M wird ein Bioengineering-Hub in Buch entstehen, der die Forschung auf diesem Gebiet sowie zu KI-gestützen Strategien und Präzisionsprävention vorantreiben soll.

Weitere Informationen

Kontakte

Journalist*innen sind herzlich willkommen, internationale Expert*innen treffen und sich über moderne Technologien informieren, die die Diagnostik und Therapie der Zukunft prägen könnten. Für die Akkreditierung wenden sich Medienvertreter*innen an:

Jana Schlütter
Stellvertretende Leiterin Kommunikation und Marketing
Max Delbrück Center
+49 30 9406 – 2121
presse@​mdc-​berlin.​de

Tabea Rauscher
Leiterin Kommunikation und Marketing
Max Delbrück Center
+49 30 9406 – 2140
presse@​mdc-​berlin.​de

Max Delbrück Center 

Das Max Delbrück Center für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen den Grundstein für die Medizin von morgen. An unseren Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim erforschen interdisziplinäre Teams die Komplexität von Krankheiten auf Systemebene – von Molekülen und Zellen bis hin zu Organen und dem gesamten Organismus. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Industrie sowie in internationalen Netzwerken entwickeln wir innovative Ansätze für die Früherkennung, personalisierte Therapien und Prävention von Krankheiten. Das 1992 gegründete Max Delbrück Center bietet rund 1.800 Mitarbeitenden aus mehr als 70 Ländern ein vielfältiges, dynamisches und inspirierendes Arbeitsumfeld. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.