Gary Lewin

Gary Lewin ist neues Mitglied der Leopoldina

Wir gratulieren herzlich Gary Lewin, der zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt worden ist. Die prestigeträchtige Auszeichnung würdigt die wissenschaftlichen Leistungen des Forschers im Laufe seiner bisherigen Karriere.

Professor Gary Lewin, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Physiologie der somatosensorischen Wahrnehmung“ am Berliner Max Delbrück Center, ist zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt worden. Er erhält damit eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen des Landes.

Gary Lewin

Die im Jahr 1652 gegründete Leopoldina vereint herausragende Forschende aus aller Welt, um unter anderem politische Entscheidungsträger*innen und die Gesellschaft unabhängig zu beraten. Lewins Aufnahme in diese älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft der Welt würdigt seine außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen und seinen fortwährenden Beitrag zur Erweiterung des Wissens.

Lewin ist international für seine bahnbrechenden Arbeiten anerkannt, mit denen er untersucht, wie das Nervensystem Berührungen und Schmerzen wahrnimmt. In fast drei Jahrzehnten am Max Delbrück Center hat er dazu beigetragen, die molekularen Mechanismen aufzudecken, die es sensorischen Nervenzellen ermöglichen, mechanische Reize wie Berührungen oder Druck in elektrische Signale umzuwandeln. Er war maßgeblich daran beteiligt, wichtige Proteine zu identifizieren, die für diesen Prozess, der als Mechanosensation bezeichnet wird, erforderlich sind – darunter solche, die bestimmte Ionenkanäle in Nervenzellen regulieren.

Ein weiterer Schwerpunkt von Lewins Forschung ist die außergewöhnliche Biologie der Nacktmulle. Gemeinsam mit seinem Team hat er zum Beispiel nachgewiesen, dass diese Tiere gegenüber verschiedenen Formen von Schmerzen unempfindlich sind. Seine Entdeckungen haben wichtige Erkenntnisse über Schmerzbahnen – Nervenverbindungen, die Schmerzreize über das Rückenmark bis ins Gehirn leiten – und die physiologische Widerstandsfähigkeit geliefert, mit denen sich neue Therapien gegen chronische Schmerzen und andere Erkrankungen entwickeln lassen.

Lewins Wahl unterstreicht die große Bedeutung seiner Forschung und reiht ihn ein in eine angesehene Gemeinschaft von Leopoldina-Wissenschaftler*innen, zu denen derzeit rund 1.700 Mitglieder, darunter 38 Nobelpreisträger*innen, gehören und deren Arbeit die moderne Wissenschaft und Medizin nachhaltig geprägt hat.

Text: Gunjan Sinha

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Porträt von Gary Lewin

© Pablo Castagnola, Max Delbrück Center