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US-Immunologe William E. Paul mit Max-Delbrück-Medaille ausgezeichnet

Der amerikanische Immunologe Dr. William E. Paul hat in Berlin die Max-Delbrück-Medaille erhalten. Damit würdigte die Jury die Arbeiten des Forschers über einen Schlüsselregulator des Immunsystems, das Interleukin 4 (IL4). Dr. Paul arbeitet am National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) an den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland, USA. Die Laudatio hielt Prof. Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlins.

William E. Paul — Träger der Max-Delbrück-Medaille (Photo: privat)

IL4 gibt den Ausschlag dafür, mit welchen Abwehrzellen das Immunsystem gegen bestimmte Krankheitserreger reagiert. Wie es das macht, konnte Prof. Paul zeigen. Ihm war es gelungen, den Rezeptor auf Immunzellen zu identifizieren, an den IL4 bindet. Dadurch regt IL4 zum Beispiel T‑Helferzellen des Immunsystems an, sich zu solchen T‑Zellen weiterzuentwickeln, die selbst IL4 produzieren. Das von diesen spezifischen T‑Zellen erzeugte IL4 löst in B‑Zellen des Immunsystems die Bildung von Antikörpern gegen Krankheitserreger aus. Wird zu viel IL4 von den T‑Zellen produziert, kommt es zu Allergien.

Prof. Radbruch betonte: William Paul hat die molekulare Grundlage des immunologischen Gedächtnis entdeckt, das Allergien auslöst und unterhält – hierin liegt sein Ruhm begründet. Seine Entdeckungen haben unser heutiges Verständnis des immunologischen Gedächtnisses entscheidend geprägt und uns gezeigt, wie wir es beeinflussen können, um Impfungen zu ermöglichen“.

Prof. Paul hat zahlreiche Ehrungen erhalten, darunter den Texas Instruments’ Foundation Founders’ Prize, den 3M Life Sciences Award, den Tovi Comet Wallerstein Prize (Bar-Ilan University) sowie den Abbott Laboratories Award in Clinical and Diagnostic Immunology. Er ist Mitglied der National Academy of Sciences sowie der American Academy of Arts and Sciences.

Die Max-Delbrück-Medaille wird seit 1992 jährlich an einen herausragenden Wissenschaftler im Rahmen der Berlin Lectures on Molecular Medicine“ vergeben, die das MDC mit anderen Berliner Forschungseinrichtungen und der Bayer HealthCare, Bayer Schering Pharma (zuvor Schering Forschungsgesellschaft) veranstaltet. Die Auszeichnung ist mit einem Vortrag, der Berlin Lecture, des Preisträgers verknüpft. Der erste Preisträger war der spätere Medizinnobelpreisträger Prof. Günter Blobel.

Barbara Bachtler

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