Collage mit Florence Nightingale und dem Coronavirus

Kunst von Frauen in der Wissenschaft

Forscherinnen sind oft weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen. Die UNESCO-Ausstellung „Creative Resilience“ gibt Frauen aus den Naturwissenschaften und ihren Erfahrungen während der Pandemie eine Stimme – eine von ihnen arbeitet als Postdoc in der AG Hübner am MDC: Dr. Eleonora Adami.

Laut der UNESCO liegt der Frauenanteil in der Forschung weltweit nur bei 30 Prozent. „In vielen Bereichen ist die Gleichstellung der Geschlechter noch nicht abgeschlossen – diese Entwicklung wurde durch die COVID-19-Pandemie behindert und erschwert“, sagt UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay. In der Ausstellung „Creative Resilience“ zeigt die UNESCO Kunst von 54 Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt.

Die Kunstwerke basieren auf den Erfahrungen von Frauen während der Pandemie. Neurowissenschaftlerinnen, Ärztinnen, Krankenschwestern oder Medizinstudentinnen haben ihre künstlerischen Talente mit ihrem Fachwissen in Wissenschaft, Gesundheit, Wissenschaftskommunikation und Technologie kombiniert. Das Ergebnis zeigt die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Gesellschaft. Einige Künstlerinnen verwandelten wissenschaftliche Instrumente in Kunstwerke oder nutzten Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Häkeln oder Film, um ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Nightingale war eine Ikone

Mit ihren Visualisierungstechniken hat sie der britischen Regierung epidemiologische Daten erklärt – ganz ähnlich wie viele Forschende während der Pandemie im Dialog mit Politikerinnen, Politikern und der breiten Öffentlichkeit.
Portrait of Eleonora Adami
Dr. Eleonora Adami Postdoktorandin in der AG Hübner.

Eine der Wissenschaftlerinnen ist Dr. Eleonora Adami, sie reichte eine digitale Collage für die Ausstellung ein. Die Molekularbiologin arbeitet als Postdoktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). In der Arbeitsgruppe von Professor Norbert Hübner ist sie auf die Einzelzellsequenzierung von menschlichen Herzzellen spezialisiert.

Adami porträtiert Florence Nightingale (1820-1910) vor einer Grafik des Coronavirus. Für Adami ist ihre surreale Neuinterpretation der Pandemie eine Hommage an alle Frauen in der Wissenschaft und im Gesundheitswesen. Nightingale legte den Grundstein für die professionelle Krankenpflege und war eine Pionierin des Informationsdesigns. „Deshalb ist sie eine Ikone in der Medizin“, sagt Adami. „Mit ihren Visualisierungstechniken hat sie der britischen Regierung epidemiologische Daten erklärt – ganz ähnlich wie viele Forschende während der Pandemie im Dialog mit Politikerinnen, Politikern und der breiten Öffentlichkeit.“ Nightingale habe verstanden, dass eine klare Kommunikation entscheidend dafür ist, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden können, fügt Adami hinzu.

Die im Katalog präsentierten Kunstwerke wurden aus über 200 Einsendungen ausgewählt. Zu sehen sind sie bei einem virtuellen Rundgang oder in der Ausstellung vom 28. Oktober bis 1. Dezember 2021 im UNESCO-Hauptquartier in Paris.

Pandemic Surrealism, 2020, Collage, stellt eine surreale Neuinterpretation der Pandemie dar: Das Coronavirus ist als Aura hinter Florence Nightingale (1820-1910) zu sehen.

Weiterführende Informationen

Katalog der Kunstwerke (Adamis Beitrag auf Seite 127)

Die Ausstellung "Creative Resilience"

Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association (MDC)

 

The Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association (MDC) is one of the world’s leading biomedical research institutions. Max Delbrück, a Berlin native, was a Nobel laureate and one of the founders of molecular biology. At the MDC’s locations in Berlin-Buch and Mitte, researchers from some 60 countries analyze the human system – investigating the biological foundations of life from its most elementary building blocks to systems-wide mechanisms. By understanding what regulates or disrupts the dynamic equilibrium in a cell, an organ, or the entire body, we can prevent diseases, diagnose them earlier, and stop their progression with tailored therapies. Patients should benefit as soon as possible from basic research discoveries. The MDC therefore supports spin-off creation and participates in collaborative networks. It works in close partnership with Charité – Universitätsmedizin Berlin in the jointly run Experimental and Clinical Research Center (ECRC ), the Berlin Institute of Health (BIH) at Charité, and the German Center for Cardiovascular Research (DZHK). Founded in 1992, the MDC today employs 1,600 people and is funded 90 percent by the German federal government and 10 percent by the State of Berlin.