Unsere ersten „Global Fellow“-Postdocs
Wir heißen die ersten beiden Stipendiaten des „Global Fellowship Postdoctoral Program“ herzlich am Max Delbrück Center willkommen: Dr. Jorge Martínez-Cano und Dr. Sakshi Shambhavi. Martínez-Cano wird in den Arbeitsgruppen von Professor Leif Ludwig, Dr. Yoichiro Sugimoto und Professor Simon Haas untersuchen, wie Zellen vom prämalignen in den malignen, also bösartigen Zustand übergehen. Shambhavi wird in den Arbeitsgruppen von Professorin Katja Simon und Professor Oliver Daumke die molekularen Grundlagen der T‑Zellalterung erforschen.
„Beide werden gleichzeitig zu mehreren Teams gehören“, erklärt Sugimoto, der die Arbeitsgruppe „Molekulare Mechanismen der Umgebungswahrnehmung“ leitet. Das neue Stipendienprogramm solle einen strukturellen Rahmen schaffen, der den Austausch von Fachwissen zwischen verschiedenen Arbeitsgruppen fördert.
Die Stipendiat*innen werden den Weg für Kooperationen zwischen Forschenden bereiten, die bisher vielleicht noch nicht eng zusammengearbeitet haben. So können die Teams sich wissenschaftlichen Fragen stellen, die ein Labor allein womöglich nicht beantworten kann.
Für die Ziele der Strategie 2030
Entstanden ist das Programm aus einer „Grand Challenge Strategic Action“: Dr. Marie Vidal von der Abteilung Innovation & Entrepreneurship, Sugimoto und Ludwig, der die Arbeitsgruppe „Stammzelldynamiken und Mitochondriale Genomik“ leitet, hatten sie gemeinsam initiiert, um herausragende internationale Talente anzuwerben und interdisziplinäre Teamwissenschaft zu fördern. Strategische Maßnahmen wie diese sollen helfen, die in der Strategie 2030 festgelegten Ziele des Max Delbrück Center zu erreichen.
„Wir hatten überlegt, wie wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit an unserem Zentrum stärken könnten und kamen auf die Idee, ein Stipendium mit dieser Vorgabe anzubieten“, erläutert Ludwig. Die Helmholtz-Gemeinschaft, die ihr eigenes „Global Fellow Program“ anbietet, unterstützt die Stipendien mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 200.000 Euro.
Dr. Jorge Martínez-Cano
Bewerber*innen müssen einen Vorschlag für ein eigenständiges Forschungsprojekt einreichen und mindestens zwei Labore auswählen, mit denen sie zusammenarbeiten möchten. In ihren Bewerbungen sollten sie erläutern, wie ihr Projekt dazu beitragen kann, die großen Herausforderungen der biomedizinischen Forschung erfolgreich anzugehen. „Wir wollten einen Bottom-up-Ansatz fördern, um coole, kreative Ideen zu erhalten“, sagt Sugimoto. Das Stipendium umfasst eine dreijährige Förderung, einschließlich Gehalt, Forschungsmitteln, Fortbildungen, Reisekosten und Möglichkeiten, das kommerzielle Potenzial der Forschung zu erkunden.
Die neuen Stipendiat*innen
Martínez-Cano ist vom „Centro de Biología Molecular Severo Ochoa“ in Madrid ans Max Delbrück Center gekommen. Er wird in drei Teams forschen: in der AG Ludwig, die die Dynamik von Blutstammzellen mit Einzelzelltechnologien untersucht, in der AG Haas, die erforscht, wie Krebszellen mit benachbarten Zellen interagieren, und im Team von Sugimoto, das untersucht, wie eine gestörte Wahrnehmung der Sauerstoff- und Nährstoffverfügbarkeit in Zellen zu Krankheiten und Alterungsprozessen beitragen kann. Martínez-Cano möchte verschiedene Ansätze und Technologien kombinieren und nachverfolgen, wie Zellen anfangen zu entarten und zu Krebszellen werden.
Dr. Sakshi Shambhavi
Shambhavi war zuletzt Postdoktorandin am „Council of Scientific and Industrial Research“ in Neu-Delhi, Indien. Sie wird in Simons Arbeitsgruppe, die sich mit zellulären Recyclingprozessen befasst, und in der auf Strukturbiologie spezialisierten Arbeitsgruppe von Daumke arbeiten. Die Forscherin möchte auf molekularer Ebene herausfinden, wie T‑Zellen altern. Zunächst wird sie sich darauf konzentrieren, wie Mitochondrien die Funktion der Immunzellen im Laufe der Zeit beeinflussen. Ein dritter Stipendiat wird im Laufe des Jahres erwartet.
„Ich freue mich sehr, dass unsere Idee für dieses Stipendienprogramm nun verwirklicht wird“, sagt Vidal, die an dem Programm mitgearbeitet hatte, bevor sie in die Abteilung Innovation & Entrepreneurship gewechselt ist. „Das Programm ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Ideen von der Basis institutionelle Neuerungen vorantreiben. Indem wir eine lebendige, global vernetzte Gemeinschaft aufbauen, schaffen wir das kooperative Umfeld, das notwendig ist, um Spitzenforschung in greifbare Ergebnisse umzusetzen und uns unseren strategischen Zielen für 2030 näherzubringen.“
Text: Gunjan Sinha